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Auszug aus dem Artikel "Brutal geholzt" erschienen im UniSPIEGEL 3/2002 - 18. Mai 2002

- Praktikum in Brasilien -

Für Daimler Lastwagen verkaufen - Studenten finden Brasilien "total spannend"

[...] Philipp Günther, 24, [studiert] im 7. Semester Regionalwissenschaften Lateinamerikas an der Universität in Köln. Das nach der Prüfungsordnung vorgeschriebene Praktikum für sein Studium absolviert Günther bei dem Autobauer DaimlerChrysler do Brasil.

So bindet sich Günther morgens um sieben Uhr häufig eine Krawatte um und macht sich auf zu dem großen Nutzfahrzeug-Werk in São Bernardo do Campo, südlich der Zehn-Millionen-Einwohner-Metropole São Paulo. Glücklicherweise hat er eine nur zehn Minuten entfernte Unterkunft im Haus einer Gastfamilie gefunden. "Das ist schon eine wahnsinnige Stadt", staunt der Praktikant auch noch nach mehreren Monaten Aufenthalt.

Nach einer ersten Station im Bereich der Lkw-Fertigung wechselte er in das Büro des Lateinamerika-Repräsentanten von Mercedes do Brasil, Joachim Zahn. Dort geht es nicht nur um den Verkauf von schweren Trucks für die Zuckerrohrernte oder von gasgetriebenen Stadtbussen, sondern auch um Vertragsverhandlungen über so genannte grüne Fahrzeuge für die Militärs.

Wissenschaftspraktikant Günther assistiert in der Abteilung für "Regierungsbeziehungen" bei den vielfältigen Kontakten zu brasilianischen Behörden und Ministerien: "Das hört sich trocken an, ist aber total spannend."

So fliegt er auch schon mal mit dem Firmenjet zu Verhandlungen nach Brasília oder zu den anderen Mercedes-Produktionsstätten. Vor allem gehe es darum, den "Informationsvorsprung" vor der Konkurrenz der USamerikanischen Automobilfirmen oder auch dem Mitbewerber Volkswagen do Brasil zu wahren.

Von seiner Firma DaimlerChrysler bekommt er ein Salär von 500 Real (etwa 240 Euro) sowie die Unterkunft. Manchmal residiert der Daimler-Lehrling während Verhandlungen sogar im Gästehaus der brasilianischen Regierung.

[...] Der Brasilien-Praktikant musste sich seinen Auslandsaufenthalt zwar selbst organisieren, aber mit "neuen Kontakten geht es ganz schnell". Und das sind auch die beruflichen Kontakte, die später nützen können: "Für die Karriere ist das bestimmt nicht schlecht", sagt Günther. [...]

SEBASTIAN KNAUER


Diese Seite wurde erstellt von Stefan Tuschen am 03.06.02