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|home| |aktuell| |tipps&termine| |links| |info-börse| |portuñol| |studium| |fachschaft| Artikel erschienen im Kölner Stadtanzeiger (KSTA) -Erfahrung zählt mehr als Geld-Sie sind Experten für Brasilien und Portugal: Die Mitarbeiter von Connosco nutzen eine Nische. / Von Nina VoigtKöln - „Wir sind einzigartig“, sagt Christian Hauser. Vor zwei Jahren hat er gemeinsam mit Kommilitonin Ruth Keppeler an der Uni Köln eine studentische Unternehmensberatung gegründet, die sich auf Brasilien und Portugal spezialisiert hat: Connosco, das heißt „mit uns“ auf Portugiesisch. Sowohl die große Kölner Studentenfirma Oscar als auch die Unternehmensberatungen an anderen Universitäten sind vor allem für deutsche Unternehmen in Deutschland tätig und konzentrieren sich höchstens auf bestimmte Branchen. Die Dienstleistungen von Connosco richten sich dagegen an kleine und mittelständische deutsche Unternehmen und Institutionen, die einen Markteintritt in Portugal oder Brasilien planen - beziehungsweise an dortige Firmen, die ihre Geschäftstätigkeit auf Deutschland ausweiten möchten. Für die Beratung qualifiziert sich Connosco durch seine Mitarbeiter, die fast alle Studenten des Diplomstudienganges Regionalwissenschaften Lateinamerika sind, Spanisch und Portugiesisch sprechen und das länderspezifische Know-how aus Auslandssemestern oder Praktika in Lateinamerika oder Portugal mitbringen. Noch ist die in das „Zentrum portugiesischsprachige Welt“ der Universität zu Köln integrierte Initiative in der Startphase: „Wir haben gerade die ersten Projekte abgeschlossen“, berichtet Ruth Keppeler. Dazu gehört zum Beispiel eine Studie über den Lebensmittelmarkt in Brasilien für einen deutschen Nahrungsmittelverband, die für die Brasilienkenner wie gemacht war: „Man musste Portugiesisch verstehen, um sich auf brasilianischen Internetseiten und bei den Verbänden vor Ort informieren zu können und musste Konkretes über Brasilien wissen.“ Etwa, dass es im Süden des Landes ein Bierfest deutscher Prägung mit Oktoberfest-Ausmaßen gibt, das für deutsche Produkte eine Tür zum brasilianischen Markt sein kann. An der Uni hat Connosco außerdem zwei Workshops organisiert, bei denen sich deutsche Unternehmer über Geschäftschancen in Brasilien und Portugal informierten. Auch aus diesen Ländern liegen Connosco Anfragen vor, etwa die eines brasilianischen Bundesstaates, der mehr über seine Chancen wissen möchte, Kunsthandwerk über den fairen Handel nach Deutschland zu bringen. Auch Überraschendes ist dabei: „Uns hat ein deutscher Konzern angesprochen, der hier in Deutschland Fortbildungsmöglichkeiten für die brasilianischen Mitarbeiter aus seinem Werk in Brasilien sucht. An so was hatten wir noch gar nicht gedacht“, verrät Hauser. Für die Connosco-Mitarbeiter sind das Anzeichen dafür, dass sie eine Nische erkannt haben, die ihnen trotz Wirtschaftsflaute Arbeit verspricht. Denn: „Es ist eine schwierige Situation für uns momentan“, sagt Felix Hägele, Geschäftsführer bei Oscar. Auch die Studentenfirmen bekommen die allgemeine Krise zu spüren, weswegen die Oscar-Berater jetzt stärker auf Akquisition setzen, um an Aufträge zu kommen. Bei Connosco ist man trotzdem zuversichtlich und will die Arbeit sogar bald auf den ganzen lateinamerikanischen Markt ausweiten. Das große Geld erhoffen die Studenten vorerst eh nicht: „Die Projekte sind so kalkuliert, dass sie sich selbst tragen, aber keine Gewinne abwerfen. Die Erfahrungen, die wir im Umgang mit den Kunden und durch das selbstständige Arbeiten sammeln, stehen im Vordergrund“, sagt Hauser.
Diese Seite wurde erstellt vonStefan Tuschen am 17.07.2003 |