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- Umfrage zu einer neuen Studien-bzw.
Diplomprüfungsordnung-

Am Anfang war auch diesmal das Feuer, und zwar eine Art studentisches Fegefeuer, genannt Universitätsgesetz (UG). In
ihm wurde dem Ministerium für Wissenschaft und Forschung die Möglichkeit eröffnet quantitative und qualitative Eckda-ten für alle Studiengänge zu erlassen. Die Umsetzung dieser „Kompetenz“ ließ dann auch nicht lange auf sich warten, wie
die meisten von euch Ende letzten, Anfang diesen Jahres mitbekommen haben dürften. OK, es ist soweit, die Eckdaten sind raus, die Umsetzung in neue Studienordnungen muß bis Anfang nächsten Wintersemesters vollzogen sein.
Nun kam natürlich von allen Seiten der Aufruf, an der Gestaltung der neuen Studien- und Prüfungsordnungen doch bitte
auch von studentischer Seite mitzuwirken. Das Ergebnis war das vorhergesehene: die übergroße Mehrzahl der Studenten,
die den Streik letztes Wintersemester als willkommenen Extraurlaub angesehen hatte bekam auch nun wieder den Al-lerwertesten nicht hoch. Ergebnis: es tat sich nichts, eine Mitarbeit an neuen Entwürfen oder nur ein bekundetes Interesse
an solchem Tun gegenüber der Fachschaft war in keiner Weise zu verzeichnen. Da sich aber die in der Fachschaft tätigen als zumindest einigermaßen in eigenen Belangen engagierte Studenten nicht von einer Mehrheit Desinteressierter paralysieren lassen wollte, war das Motto: dann eben alleine. Es wurde über eine alternative Studienordnung gegrübelt, die zur Abwechslung auch einmal unsere Interessen berücksichtigen sollte. Da es aber immer die Crux der Fachschafter ist, alles alleine machen zu müssen, andererseits jedoch nach jedem so aufgezwungenen Alleingang heftigst kritisiert zu werden, war es allgemeiner Konsens, sich jedweden Entwurf zumindest versuchsweise von der Basis absegnen zu lassen. Die Idee einer neuen Umfrage war geboren. Allein innerhalb der Fachschaft gab es sehr verschiedene Interessen, von „diese Eckdaten sind ein Segen für unseren Studiengang“ bis „wir sind nicht nur RWL`ler, sondern auch allgemein Studenten, und können als solche nicht mit Eckdaten einverstanden sein“ war so ziemlich alles vertreten. Das schrie geradezu nach einem Feedback von allen RWL’ern als Grundlage für einen neuen Entwurf. Leider hatte die letzte Umfrage zur allgemeinen Studiensituation gezeigt, daß selbst bei aktuellen Themen die Studentenschaft oft nicht bereit ist, zu partizipieren, der Rücklauf jener Umfrage war geradezu lächerlich. Um der Gefahr zu entgehen, wieder „für Nüsse“ zu versuchen Feedback zu bekommen,wurde zeitgleich zur Vorbereitung der Umfrage eine Studien- bzw. Prüfungsordnung erarbeitet, die im Falle fehlenden Echos eingereicht werden sollte. Jedoch kommt es meistens eben doch ganz anders! Die Kommission, die für die Umsetzung der Eckdatenerlasse zuständig ist hat sich nach ewig langem Winter- bzw. Sommerschlaf nun doch relativ kurzfristig entschlossen, ihre Arbeitaufzunehmen, und zwar in einem beeindruckenden Tempo. Nun standen wir vor der dummen Situation, einerseits diesen Kelch nicht an uns vorüberziehen lassen zu wollen, andererseits aber nicht die Teilnehmer der Umfrage verprellen zu wollen, die sonst gedacht hätten es wäre nur eine Alibi-Aktion unsererseits gewesen, um hinterher unseren Entwurf von einem getürkten Umfrageergebnis absegnen zu lassen. Da wir aber in Zugzwang waren, haben wir uns entschieden, doch unseren Entwurf einzureichen, denn erstens dürfte er anhand der Meinungsvielfalt (schwitz) innerhalb derer die ihn erarbeitet haben doch recht repräsentativ sein, zweitens mußten wir rechtzeitig einen Entwurf abgeben, damit uns überhaupt jemand in der Kommission vertreten konnte, und drittens ist dieser unser Entwurf natürlich in keiner Weise endgültig, wenn er nicht mit den Ergebnissen der Umfrage übereinstimmen sollte. Je nach Rücklauf und Feedback eurerseits werden wir selbstverständlich Änderungen vornehmen bzw. diese zumindest vor den entsprechenden Stellen postulieren. Im übrigen haben wir nun wirklich kein Interesse daran ständig unser eigenes Süppchen an allen anderen vorbei zu kochen, sind aber auf Grund der mangelnden Teilnahme anderer Studenten leider meistens dazu gezwungen.Grundsätzlich stellt sich natürlich immer die Frage, wieviel Feedback braucht die Fachschaft für ihre Aktionen? Eigentlich sollten die, die hinterher immer alles mokieren vorher da gewesen sein, um aktiv mitzumachen. Das würde auch solche Sachen wie Umfragen und die damit verbundenen, nicht unerheblichen Kosten, überflüssig machen. Das Geld könnte man nämlich weiß Gott effizienter einsetzen. Wie dem auch sei, bis jetzt hat sich bei Diskussionen immer
noch die Meinung durchgesetzt, daß trotz mangelnder Partizipation der Massen alle Entscheidungen doch noch zur
Diskussion gestellt werden müssen. Denkt aber bitte daran, daß sich diese Haltung auch irgendwann einmal ändern könn-te, und dann würde die Fachschaft wirklich ihr eigens Süppchen kochen, nach dem Motto, wer nicht mitmacht, den be-straft die Uni. Und alldiejenigen, die diesen dezenten Aufruf zu ein bißchen mehr Teilnahme am Hochschulpolitischen
Geschehen immer noch nicht kapiert haben, tja, die können ja jetzt wieder in gewohnter Manier anfangen zu motzen, daß sie natürlich alles gaaaanz anders und vor allem viiiiieeeeeel besser und überhaupt.....und was bildet die Fachschaft sich denn eigentlich ein und so und und und........
Den Entwurf könnt ihr übrigens auf den nächsten Seiten bewundern !!!

         Dirk Heinen
      

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Diese Seite wurde erstellt von Berenike Oesterle am 07.06.2002