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|Portuñol
6- Übersicht|
Rezension:
- Hommage an das Wort -
Mario Jiménez, Fischersohn und seines Zeichens Briefträger
in einem kleinen Fischerdorf Chiles, hat nur einen
einzigen Kunden, der Post bekommt: Pablo Neruda. Durch den ständigen
Kontakt und das Drängen Marios werden die
beiden Freunde, und Mario gewinnt sogar das Herz seiner heißbegehrten
Liebe mit Hilfe eines von Neruda ausgelie-henen Gedichtes.
Neruda wird zum Kandidaten für die Präsidentschaft gekürt,
tritt zugunsten Salvador Allendes, des
nunmehr einzigen Kandidaten der gesammelten Linken zurück und wird
kurz darauf von Präsident Allende als Botschafter nach Paris geschickt.
Trotz der langen Abwesenheit hält die Freundschaft zwischen ihm und
dem Briefträger.
Neruda kommt krank aus Paris zurück und stirbt kurz nach dem Putsch
der Militärs. Mario wird verhaftet und die
Zukunft des Chilenischen Volkes scheint besiegelt. Der 1940 in Antofagasta
geborene Chilene Antonio Skármeta,
der lange Zeit im Berliner Exil lebte und 1989 in seine Heimat zurückkehrte,
hat mit seinem Roman Mit brennender
Geduld eine Hommage nicht nur an den großen, mit dem Nobelpreis
für Literatur ausgezeichneten chilenischen
Dichter Pablo Neruda geschaffen. Sein Werk steht als Huldigung des geschriebenen
Wortes allgemein, eine
Ehrerbietung an die Ideen und Ideale und ihrem Ausdruck mittels der Poesie.
Er beschwört die Macht des Wortes, der
Ideen und des Glaubens an eine Sache. Auch wenn sein Roman mit den bedrohlichen
Schatten der sich gerade in-stallierenden grausamen Militärdiktatur
endet, so ist doch eine tiefe Zuversicht, ein innerer Optimismus nicht
zu verleugnen,
der so stark ist, daß er nicht einmal ausdrücklich artikuliert
werden muß, um doch im gesamten Erzählgeschehen
bis hin zum Schluß präsent zu sein.
Dirk Heinen
Antonio Skármeta: Mit brennender Geduld; Serie Piper 768,
€ 7,90 ; Originaltitel: Ardiente paciencia.

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Diese Seite wurde erstellt von Berenike
Oesterle am 08.06.2002
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