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- RWL fliegt aus CEMS-Programm -

Auf der letzten Sitzung der engeren Fakultät der WiSo-Fakultät wurde endgültig beschlossen, daß die Studiengänge
Regionalwissenschaften/Lateinamerika und VWL-Soz. nicht mehr an dem Austauschprogramm CEMS teilnehmen
können, da ihnen einige geforderte Scheine im Bereich BWL fehlen. Hier der Hintergrund: Seit 1979 nimmt die Uni Köln an dem Programm für internationales Management (PIM) teil, welches Austauschprogramme führender Wirtschaftsschulen in Europa und Übersee organisiert. Aufgrund der sich anbahnenden Veränderungen im Rahmen der EG wurde daraufhin 1989 die Community of European Management Schools (CEMS) gegründet, die sich in ihren Programmen nun auf die EG bzw. die EU beschränkt.
Ziel dieses Programms, zu dessen Absolvierung sowohl Auslandssemester und Praktika wie auch Sprachprüfungen in drei Sprachen und eine Reihe von Pflicht- und Wahlpflichtveranstaltungen gehören, ist die Verleihung des Titels CEMS-Master. Um die Vergleichbar-keit der Studiengänge an den verschiedenen europäischen Universitäten und Wirtschaftsschulen zu gewährleisten, wurde ein sogenannter Common Body of Knowledge (CBK) eingeführt. Dieser umfaßt eine Art gemeinsamen Minimal-konsens an Veranstaltungen, die an allen beteiligten Schu-len und Universitäten gleich sind. Hierzu gehören unter anderem besagte BWL-Scheine, die nicht zum Lehrumfang des Studienganges Regionalwissenschaften/Lateinamerika gehören. Diese Bestimmungen werden von einer sogenannten CEMS-Kommission erarbeitet, deren Vorsitzender in Köln Prof. Sieben ist, seines Zeichens Programmbeauftragter für CEMS in Köln. Weitere Mitglieder der Kommission: für die Professoren: Donges, Henning, Koppelmann, Feldsieper und Delfmann, als wissenschaftliche Mitarbeiterin Chri-stiane Degen, als nichtwissenschaftliche Mitarbeiterin Frau Lukesi aus dem Sekretariat von Prof. Wiswede, und als Student M. Peter. Zwar steht schon seit langem in den Anforderungen für die Teilnahme an CEMS-Programmen, daßdie StudentInnen an der WiSo-Fakultät eingeschrieben sein müssen, was für uns, die wir an der Phil studieren, nicht zutrifft, jedoch schien dies kein Hinderungsgrund für unsere Teilnahme zu sein. Nach einer zweijährigen Revision des Programms ist jedoch zu diesem Wintersemester 1994/95 die neue Regelung in Kraft getreten, die unsere Teilnahme aus o.a. Gründen unterbindet. Nun kann man zu diesen Formalitäten stehen wie man will. Schließlich existiert auch ein Austauschprogramm über den DAAD, welches speziell für Regionalwissenschaftler/Lateinamerika angeboten wird, und seit nunmehr drei Semestern seine Stipendien auch nur exklusiv an solche vergibt.
Insofern ist ein studiengangbezogenes Austauschprogramm an sich ja keine Schande. Allerdings mutet es schon etwas seltsam an, wenn man sieht, daß ein Studiengang, der eine solch starke Gewichtung auf wirtschaftswissen-schaftlichem Gebiet zeigt wie unserer, von einem inzwischen wichtigen und überall anerkannten Programm wie CEMS ausgeschlossen wird. Sicherlich, die Programme des PIM mit ihren Auslandssemestern und Praktika in ganz Europa und Übersee stehen uns und auch den VWL-Soz’lern weiterhin offen. Das weitaus wichtigere, weil in der Wirtschaft bekannte und anerkannte, Programm CEMS läßt uns jedoch außen vor. Hier wird wieder einmal deutlich, welches Ansehen unser Studiengang selbst innerhalb unserer Universität genießt und welche Perspektiven man seinen AbsolventInnen zu eröffnen gedenkt: keine! Wozu ein Studiengang, der seinen Schwerpunkt eindeutig auf die Wirtschaftswissenschaften legt, seinen StudentInnen
jedoch eine echte Möglichkeit der Integration auf internationalem Standard verweigert?
Hier wird wieder einmal deutlich, wie wenig Gedanken man sich bei der Einrichtung unseres Studienganges vor nunmehr 11 Semestern in der Tat gemacht hat, ein Umstand, unter dem wie immer wieder einmal die StudentInnen zu leiden haben.
Dies sollte eigentlich ziemlich deutlich machen, wie wichtig eine aktive Teilnahme der StudentInnen an den Entscheidungen z.B. an Reformen der Studien- bzw. der Diplomprüfungsordnung ist. Unter anderem aufgrund dieser Ergebnisse
der Engeren Fakultätssitzung haben wir uns veranlaßt gesehen, eine Wahlmöglichkeit für unser Studium zu fordern, indem man sich neben Geschichte, Romanistik und VWL für entweder Politik wie bisher oder BWL entscheiden kann. Wenn schon eine wirtschaftliche Ausrich-tung unseres Studienganges, dann soll den StudentInnen, die sich wirklich für eine wirtschaftliche Laufbahn entscheiden wollen, zumindest die Möglichkeit geboten werden, durch die Wahl von Betriebswirtschaftslehre als viertem Fach sich auf international anerkanntem Niveau zu bewe-gen und sich nicht ständig als zwischen allen Stühlen sitzend und nirgendwo zugehörig vorkommen zu müssen. Zu dem Entwurf einer neuen Diplomprüfungs- bzw. Stu-dienordnung für unseren Studiengang, den wir über einen Vertreter des PhilSprats ( Sprecher- Innenrat der Philosophischen Fakultät) in die zuständige Kommission eingebracht haben, lest bitte unbedingt den entsprechenden Artikel in dieser Ausgabe.

         Dirk Heinen

 

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Diese Seite wurde erstellt von Berenike Oesterle am 08.06.2002