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|Portuñol
6- Übersicht|
- Die Straßen Brasiliensauf der Bühne der
Alten Feuerwache -
Ein Theaterstück von und über brasilianische Straßenkinder
war der Höhepunkt der brasillianischen Kulturwochen.
Sie wurden veranstaltet vom Kulturhaus Lateinamerika und dem Circulo Brasileiro
de Colônia. Die Theatergruppe
Nossa Cara aus Salvador de Bahia interpretierte Shakespeares Hamlet. Dabei
verlegten sie die Hamlet Dramatik
auf die Straßen Brasiliens und diese auf die Bühne der Alten
Feuerwache in Köln. Gewalt, Macht, Verrat, Tod,
Liebe und Sexualität behielten dabei als Grundmotive ihre Gültigkeit.
Um das Leben von Kindern auf der Straße ging es auch in der Fotoausstellung
Meninos de Rua im Studio Dumont, die mit einer fröhlichen Feier eröffnet
wurde. Für echt bra-silianische Atmosphäre sorgten dabei eine
Kölner Capoeira- Gruppe und die Puppe Oleleo aus einem brasilianischen
Theaterstück. Mit eindrucksvollen Fotos wurde die Flucht aus dem
interior, die Emigration in die Städte und die Ent- wicklung hin
zum Straßenkind dargestellt. Bei einer Podiumsdiskussion über
den Unterschied zwischen deutschen und brasilianischen Straßenkindern
wurde die Angst der Brasilianer vor den Todesschwadronen als wichtigster
Punkt herausgestellt. Eine weitere grausame Seite der brasilianischen
Realität zeigte der Film Avenida Brasil - Psychogramm einer Stra-ße
von Octavio Bezerra. Mit dunklen Bildern, Rockmusik und Nachstellungen
von Gewalt- und Kampfszenen zeigte
dieser Film auf eine sehr grausame und realistische Art die Härte
des Lebens in den Randgebieten von Rio de Janeiro.
Auf der Avenida Brasil, der Haupteinfahrts- und Durchgangsstraße
nach Rio ist eine Autopanne für cariocas gefährlich,
für Touristen und Fremde ist sie meist tödlich. Im Film wurde
diese Straße dargestellt als Alptraum von Armut,
Gewalt und einer Todesrate, höher als im Vietnamkrieg. Der
Brasilianer Wagner Carvalho demonstrierte in einer
faszinierenden Tanzperformance das Leiden der Sklaven und ihre Sehnsucht
nach der afrikanischen Heimat. Dabei
verwandelte er sich sowohl in eine gejagtes, verwundetes Tier - Sinnbild
der entwurzelten Sklaven - als auch in einen
Straßenjungen. Gekonnt stellte er den schwarzen Ochsen dar - Symbol
der getriebenen Herde.
Der Tanzworkshop für afro-brasilianische Tänze/Samba bereitete
die Teilnehmer perfekt auf die kurz danach stattfindende
brasilianische Tanzfete vor. Mit zwei brasiliani-schen Live Bands, Samba,
Axê und Samba-Reggae fanden
die Kulturwochen damit einen gelungenen Ausklang. Leider blieben sie von
vielen RegionalwissenschaftlerInnen
weitgehend unbemerkt.
Das Kulturhaus Lateinamerika ist übrigens umgezogen.
Das Büro befindet sich jetzt in der Alten Feuerwache,
Melchiorstraße 2. Die neue Telefonnummer ist:
0221/725061. Täglich von 15.00h-18.00h erfahrt ihr dort
das aktuelle Programm und bekommt Informationen zu
Sprachkursen.
Michaela Wieland

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Diese Seite wurde erstellt von Berenike
Oesterle am 07.06.2002
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