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3 - Übersicht|
- Schade... und Tschüß! -
Subjektive Eindrücke des Gesprächs zwischen
Dozenten und Studierenden des Studiengangs Regionalwissenschaften/Lateinamerika.
Vorweg, ich bin eigentlich gar kein Meckerberechtigter,
kam erst sehr spät dazu, war an der Vorbereitung auch gar nicht beteiligt
- jedoch, ich wußte auch warum.
Schwach erinnerte ich mich an ein solches Vorbereitungstreffen vor ein,
zwei, drei... Semestern, zu dem ich recht spontan erschienen war, und
mich wie erschlagen fühlte von der Vielzahl an Studenten, die sich
beteiligten. Tja, bei fünf, sechs Personen wird so ein Fachschaftsraum
halt recht eng.
Wie dem auch sei, fest entschlossen, mich hier etwas umzuschauen, war
ich erst einmal sitzen geblieben und hatte der Dinge geharrt, die da kommen
mochten. Ich hatte mit einer Diskussion der Studenten darüber gerechnet,
welche Aspekte unseres Studium im Gespräch thematisiert werden sollten
und in welche Richtung.
Dies hatte dann auch stattgefunden, zugegeben in sachlich etwas unerwartetem
Zusammenhang. Thematisiert worden waren Rauschpräferenzen - wo gehma
denn gleich ein saufen? - die Richtung hatte in irgend etwas auf der Zülpicher
Straße gemündet.
Nichtsdestotrotz war dann auch über das bevorstehende Professoren-Studenten-gespräch
geredet worden, namentlich über die briefliche Anrede einiger besonders
beliebter Dozenten ungefähr 30 Minuten lang.
Tief beeindruckt von diesem sehr produktiven Ereignis, hatte ich mich
damals dann doch entschlossen, mich weiter in der Mitschriften AG der
Wiso-Fakultät zu engagieren - jaja, ich weiß, reine Service-Schiene,
genau wie die UNABs - da ich hier das Ergebnis meines Tuns mitverfolgen
konnte.
Im Verlauf der Diskussion über die Eckdatenverordnung war ich nun
aber doch wieder in die Nähe meiner Fachschaft geraten und hatte
neuen Mut geschöpft, mich hier produktiv betätigen zu können.
Außerdem ist man in der Fachschaft ja auch für alles offen
und jeder kann mitmachen und außerdem und überhaupt...
Ich gehe also in die Versammlung am Tag vor dem Doz-Studi-Treff, und bin
hingerissen. Es waren mindestens 25 Leute gekommen und - ich kanns nicht
fassen - die Diskussion dreht sich um unser Studium.
Prima, also los. Meinung getauscht, zugehört, gemeckert usw. alles
prima. Man einigt sich auf die Thematisierung spezieller Belange, vornehmlich
unserer Studiensituation und der mangelnden Interdisziplinarität
unseres Studiums und unter Müh und Not gelingt es mir noch, den Punkt
Eckdatenerlaß auf die Tagesordnung zu quetschen. Leider war da schon
fast niemand mehr da, weil plötzlich alle ganz dringend... und es
war ja schon spät... und das Sülz-Texas...und..und..
Nächster Tag, abends 19:30 h, Raum 103, nach 10-15 Minuten Verspätung
sind denn auch so ziemlich alle die kommen wollten eingetroffen, es wird
die Tagesordnung verteilt und... aber hallo !!! Was steht denn da? Punkt
3, Umsetzung der Studienreform im Studiengang RWL? Hatte ich den Protokollführer
tags vorher denn etwa nicht nach etlicher Nerverei dazu gebracht, den
Punkt Studienreform/Eckdatenerlaß als Diskussionspunkt auf die Tagesordnung
zu bringen, damit dieser nicht als gegeben hingenommen würde? Scheinbar
nicht, schade!
So schien es denn, die Studenten hätten diesen Erlaß als gegeben
hingenommen und akzeptiert, und kümmerten sich nun ausschließlich
um eine studienganggerechte Umsetzung desselben.
Dann kam die Diskussion mit den Professoren, die - und das war dem Minenspiel
einiger Vertreter anzusehen - uns alle furchtbar ernst nahmen. Erschienen
waren eh nur je einer pro Fach - meist wissenschaftliche Mitarbeiter -
und unsere Stützen aus dem Dekanat. Hierbei möchte ich betonen,
daß das Dekanat noch einen sehr sachlichen Eindruck hinterließ
und sich wirklich für unsere Belange zu interessieren scheint.
Aber wie es nunmal so ist, die entscheidenden Leute, die Professoren,
konnten bis auf eine Ausnahme leider nicht, obwohl sie ja doch so gerne
gewollt hätten und es wirklich bedauerten und das nächste Mal
aber ganz bestimmt.
Die übrigens sehr lobenswerte Ausnahme kam dann aus der VWL-Abteilung
und war auch interessiert; jedoch der falsche Mann, weil, er tut ja schon
ne Menge, bietet Seminarthemen zu Lateinamerika an usw. An dieser Stelle
ein dickes Dankeschön an Herrn Prof. Feldsieper für
seinen Einsatz und die Berücksichtigung unserer studentischen Interessen
in seinen Veranstaltungen. Hier erreichte uns übrigens die Neuigkeit,
daß über die Einrichtung einer Lehrbeauftragten-Stelle für
unseren Kurs nachgedacht würde.
Die jedoch, denen es gut angestanden hätte, sich einmal mit solchen
Beispielen auseinanderzusetzen, waren, wie gesagt, nicht da.
Die Themen des Tages waren die Studiensituation allgemein, die Situation
in den Seminaren im Besonderen und das zukünftige Erscheinungsbild
unseres Studiengangs (wohlgemerkt nach dem Eckdatenerlaß, der wie
gesagt... aber das sagte ich schon).
Im Grunde wurde man abgespeist mit der Antwort, daß es nuneinmal
eben alles so sei, Düsseldorf habe seinerzeit halt damals schon bei
der Einrichtung des Studienganges nur unter der Bedingung... und daran
ließe sich im Nachhinein auch nichts mehr ändern, wir hätten
eben das Baukastensystem und auch rein arbeitstechnisch und vom Aufwand
her wären unsere Vorstellung von eigenen Prüfungsbereichen usw.
nicht realisierbar.
Die Politik ließ durchscheinen, daß ca. 50 % RWLer am
Institut zwar schon ein Argument wären, einmal inhaltlich etwas mehr
auf unseren Studiengang einzugehen, sei es in Vorlesungen, Seminaren oder
der Literatur - allein, die Mittel fehlten, unser Spezialgebiet, welches
ja eigentlich gar kein politisches sei, gäbe es eben nicht im Institut
unter den Professoren und Flexibilität seitens der Lehrenden wäre
ja schon wünschenswert, aber überhaupt, bevor nicht der neueste
Band über die Klassiker Platon und Aristoteles im Regal stünde
sei an Anschaffung lateinamerikanischer Literatur überhaupt nicht
zu denken. Die klassischen Themen sind hier scheinbar wichtiger, als die
Frage, wer hier eigentlich was studiert.
Die Eingabe einer Wunschliste der Studenten bezüglich
Anschaffung von Literatur wurde immerhin von allen Vertretern der Professorenschaft
gutgeheißen.
Ein leuchtendes Beispiel für eine auch inhaltliche Auseinandersetzung
mit unserem Studiengang bot der Vertreter der Geschichte. Hier war wirklich
gedacht worden, und man war zu der Überzeugung gelangt, ein allgemeiner
Einführungskurs in die lat.-am. Geschichte sei in Anbetracht der
Durchfallquoten des Vordiploms von derzeit ca. 50 % evtl. sinnvoller,
als die bisherigen, auf sehr spezielle Themen ausgerichteten Übungen.
Diese Verschulung des Grundstudiums läßt man sich, glaube ich
gerne gefallen, da sie unsere Kreativität eher fördert als einschränkt.
Eine 60-köpfige (oder mehr) Übung ist nämlich in der Tat
nicht so furchtbar kreativ, und die fachliche Vorbereitung auf die Prüfung
kann sie schon lange nicht leisten. Herzlichen Glückwunsch und Dankeschön
an das iberisch-lateinamerikanische Institut!
Der einschneidendste Eindruck, jedoch, den ich von der Sitzung mit nach
Hause nahm - ja nach Hause, ich Frevler war nicht mehr im Sülz-Texas
- war der einer sehr zahmen Studentenschaft. Nach allem, was man sich
am Vortage so alles ausgedacht, bzw. in wochenlanger Kleinarbeit erarbeitet
hatte, gab man sich doch recht schnell mit den Fakten, die
uns präsentiert wurden zufrieden. Man wolle ja die Professoren nicht
verärgern und überhaupt, seien sie ja oft gar nicht die richtige
Adresse für unsere Beschwerden.
Ja mein Gott, warum sitzen wir denn dann überhaupt in einem solchen
Gespräch. Die Meinung der Professoren kann ich mir auch ohne deren
Hilfe zu eigen machen. Faktum ist doch wohl, daß in Köln aus
welchen Gründen auch immer ein Studiengang eingeführt wurde,
für den es einfach keine Voraussetzungen seitens der Uni gibt. Weder
Mittel noch Lehrangebot sind da, Informationen schwer zugänglich,
von einer geschriebenen Studienordnung einmal ganz zu schweigen. Wer hat
sich denn für die Einrichtung dieses Studienganges stark gemacht,
wenn nicht die Professoren? Diese haben dann auch nach Absprache mit den
betroffenen Instituten unseren Studiengang für durchführbar
erachtet - das Ergebnis sehen wir vor uns.
In einer solchen Situation muß doch auch einmal Klartext geredet
werden, man kann nicht immer nach dem ersten qualifizierten
Einwand der Dozenten akzeptieren, was man aufgetischt bekommt, vor allem
nicht, wenn dies in der alleinseligmachenden Tatsachenkonfrontation besteht,
unser Studiengang sei nunmal nach dem Baukastenprinzip aufgebaut, und
das würde sich auch nicht ändern, solange die Prüfungsordnung
noch in Kraft sei.
Respekt vor Professoren kann man auch übertreiben. Wo bleibt der
Respekt vor uns, die diesen Studiengang studieren teilweise ohne jeden
Bezug auf das eigentliche Thema unseres Faches? Wo bleibt die Achtung
vor der Studienentscheidung der Studenten, die den Kurs gewählt haben,
wenn argumentiert wird, man müsse eben lernen, auch an anderen Themengebieten
exemplarisch zu arbeiten, um dies dann übertragen zu können?
Im Zuge dieser Argumentation sollte man übrigens beantragen, unserem
Studiengang das Suffix Lateinamerika zu nehmen, und - auf
Grund dieses eben genannten exemplarischen Charakters - möglichst
auch den Vorspann Regional zu tilgen, da es bei unserer realen
Studiensituation keine einheitliche Region gibt. Auf diese Weise könnte
man jede Verbindlichkeit des Lehrangebots aus dem Namen des Kurses entfernen
und diejenigen, die dann den noch übriggebliebenen Studiengang Wissenschaften
exemplarisch studieren, werden mit Sicherheit echte Pioniere sein und
somit die seitens der Dozentenschaft eingebrachten Vorstellungen von Eigenengagement
und persönlichem Einsatz garantiert erfüllen.
Bis dahin könnte man sich in der Studentenschaft noch einmal Gedanken
machen, ob solches durch ein etwas entschiedeneres Auftreten nicht doch
noch zu verhindern ist. Auch andere Adressaten - die jetzigen waren ja
scheinbar konsensmäßig nicht die Schuldigen - müßten
mal aufs Korn genommen werden, und zwar etwas konfrontativer.
Aber immerhin, dieses Treffen war ja auf jeden Fall ein recht guter Einstieg,
und nach meiner obligatorischen Grübelei, ob ich hier wirklich noch
einmal hinkommen soll, muß ich diesmal mit einem entschiedenen JA
antworten.
Klar, ne Menge Sachen gingen mir bei diesem Prof-Studi-Gespräch auf
beiden Seiten ziemlich gegen den Strich, und ich denke mir auch, ob das
alles Sinn hat weiß man noch nicht. Andererseits, wenn ich es wieder
einmal den anderen überlasse, gegen wen kann ich dann noch meckern?
Zwar werde ich die Uni im nächsten Semester wegen Praktikum nicht
mit meiner Anwesenheit beehren können, aber trotzdem, noch bin ich
ja nicht weg, und... ich komme ja auch wieder.
Wahrscheinlich wärs gut wenn mehr Leute gekommen wären,
und wenns nur dazu dient, enttäuscht zu werden und konsequenterweise
mitmischen zu wollen. Ist doch ein Anfang, oder?
Ich lege nochmals Wert auf die Feststellung, daß dieser Artikel
ein sehr subjektiver ist, in keinster Weise mit der Fachschaft abgesprochen
wurde und auch nicht (noch nicht?) deren Meinung widerspiegelt.
Dirk Heinen

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Hüls am 25.02.2002
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