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- Schade... und Tschüß! -

Subjektive Eindrücke des Gesprächs zwischen Dozenten und Studierenden des Studiengangs Regionalwissenschaften/Lateinamerika.

Vorweg, ich bin eigentlich gar kein Meckerberechtigter, kam erst sehr spät dazu, war an der Vorbereitung auch gar nicht beteiligt - jedoch, ich wußte auch warum.
Schwach erinnerte ich mich an ein solches Vorbereitungstreffen vor ein, zwei, drei... Semestern, zu dem ich recht spontan erschienen war, und mich wie erschlagen fühlte von der Vielzahl an Studenten, die sich beteiligten. Tja, bei fünf, sechs Personen wird so ein Fachschaftsraum halt recht eng.
Wie dem auch sei, fest entschlossen, mich hier etwas umzuschauen, war ich erst einmal sitzen geblieben und hatte der Dinge geharrt, die da kommen mochten. Ich hatte mit einer Diskussion der Studenten darüber gerechnet, welche Aspekte unseres Studium im Gespräch thematisiert werden sollten und in welche Richtung.
Dies hatte dann auch stattgefunden, zugegeben in sachlich etwas unerwartetem Zusammenhang. Thematisiert worden waren Rauschpräferenzen - wo gehma denn gleich ein saufen? - die Richtung hatte in irgend etwas auf der Zülpicher Straße gemündet.
Nichtsdestotrotz war dann auch über das bevorstehende Professoren-Studenten-gespräch geredet worden, namentlich über die briefliche Anrede einiger besonders beliebter Dozenten ungefähr 30 Minuten lang.
Tief beeindruckt von diesem sehr produktiven Ereignis, hatte ich mich damals dann doch entschlossen, mich weiter in der Mitschriften AG der Wiso-Fakultät zu engagieren - jaja, ich weiß, reine Service-Schiene, genau wie die UNABs - da ich hier das Ergebnis meines Tuns mitverfolgen konnte.
Im Verlauf der Diskussion über die Eckdatenverordnung war ich nun aber doch wieder in die Nähe meiner Fachschaft geraten und hatte neuen Mut geschöpft, mich hier produktiv betätigen zu können. Außerdem ist man in der Fachschaft ja auch für alles offen und jeder kann mitmachen und außerdem und überhaupt...
Ich gehe also in die Versammlung am Tag vor dem Doz-Studi-Treff, und bin hingerissen. Es waren mindestens 25 Leute gekommen und - ich kanns nicht fassen - die Diskussion dreht sich um unser Studium.
Prima, also los. Meinung getauscht, zugehört, gemeckert usw. alles prima. Man einigt sich auf die Thematisierung spezieller Belange, vornehmlich unserer Studiensituation und der mangelnden Interdisziplinarität unseres Studiums und unter Müh und Not gelingt es mir noch, den Punkt Eckdatenerlaß auf die Tagesordnung zu quetschen. Leider war da schon fast niemand mehr da, weil plötzlich alle ganz dringend... und es war ja schon spät... und das Sülz-Texas...und..und..
Nächster Tag, abends 19:30 h, Raum 103, nach 10-15 Minuten Verspätung sind denn auch so ziemlich alle die kommen wollten eingetroffen, es wird die Tagesordnung verteilt und... aber hallo !!! Was steht denn da? Punkt 3, Umsetzung der Studienreform im Studiengang RWL? Hatte ich den Protokollführer tags vorher denn etwa nicht nach etlicher Nerverei dazu gebracht, den Punkt Studienreform/Eckdatenerlaß als Diskussionspunkt auf die Tagesordnung zu bringen, damit dieser nicht als gegeben hingenommen würde? Scheinbar nicht, schade!
So schien es denn, die Studenten hätten diesen Erlaß als gegeben hingenommen und akzeptiert, und kümmerten sich nun ausschließlich um eine studienganggerechte Umsetzung desselben.
Dann kam die Diskussion mit den Professoren, die - und das war dem Minenspiel einiger Vertreter anzusehen - uns alle furchtbar ernst nahmen. Erschienen waren eh nur je einer pro Fach - meist wissenschaftliche Mitarbeiter - und unsere Stützen aus dem Dekanat. Hierbei möchte ich betonen, daß das Dekanat noch einen sehr sachlichen Eindruck hinterließ und sich wirklich für unsere Belange zu interessieren scheint.
Aber wie es nunmal so ist, die entscheidenden Leute, die Professoren, konnten bis auf eine Ausnahme leider nicht, obwohl sie ja doch so gerne gewollt hätten und es wirklich bedauerten und das nächste Mal aber ganz bestimmt.
Die übrigens sehr lobenswerte Ausnahme kam dann aus der VWL-Abteilung und war auch interessiert; jedoch der falsche Mann, weil, er tut ja schon ne Menge, bietet Seminarthemen zu Lateinamerika an usw. An dieser Stelle ein dickes “Dankeschön” an Herrn Prof. Feldsieper für seinen Einsatz und die Berücksichtigung unserer studentischen Interessen in seinen Veranstaltungen. Hier erreichte uns übrigens die Neuigkeit, daß über die Einrichtung einer Lehrbeauftragten-Stelle für unseren Kurs nachgedacht würde.
Die jedoch, denen es gut angestanden hätte, sich einmal mit solchen Beispielen auseinanderzusetzen, waren, wie gesagt, nicht da.
Die Themen des Tages waren die Studiensituation allgemein, die Situation in den Seminaren im Besonderen und das zukünftige Erscheinungsbild unseres Studiengangs (wohlgemerkt nach dem Eckdatenerlaß, der wie gesagt... aber das sagte ich schon).
Im Grunde wurde man abgespeist mit der Antwort, daß es nuneinmal eben alles so sei, Düsseldorf habe seinerzeit halt damals schon bei der Einrichtung des Studienganges nur unter der Bedingung... und daran ließe sich im Nachhinein auch nichts mehr ändern, wir hätten eben das Baukastensystem und auch rein arbeitstechnisch und vom Aufwand her wären unsere Vorstellung von eigenen Prüfungsbereichen usw. nicht realisierbar.
Die Politik ließ durchscheinen, daß ca. 50 % RWL’er am Institut zwar schon ein Argument wären, einmal inhaltlich etwas mehr auf unseren Studiengang einzugehen, sei es in Vorlesungen, Seminaren oder der Literatur - allein, die Mittel fehlten, unser Spezialgebiet, welches ja eigentlich gar kein politisches sei, gäbe es eben nicht im Institut unter den Professoren und Flexibilität seitens der Lehrenden wäre ja schon wünschenswert, aber überhaupt, bevor nicht der neueste Band über die Klassiker Platon und Aristoteles im Regal stünde sei an Anschaffung lateinamerikanischer Literatur überhaupt nicht zu denken. Die klassischen Themen sind hier scheinbar wichtiger, als die Frage, wer hier eigentlich was studiert.
Die Eingabe einer “Wunschliste” der Studenten bezüglich Anschaffung von Literatur wurde immerhin von allen Vertretern der Professorenschaft gutgeheißen.
Ein leuchtendes Beispiel für eine auch inhaltliche Auseinandersetzung mit unserem Studiengang bot der Vertreter der Geschichte. Hier war wirklich gedacht worden, und man war zu der Überzeugung gelangt, ein allgemeiner Einführungskurs in die lat.-am. Geschichte sei in Anbetracht der Durchfallquoten des Vordiploms von derzeit ca. 50 % evtl. sinnvoller, als die bisherigen, auf sehr spezielle Themen ausgerichteten Übungen. Diese Verschulung des Grundstudiums läßt man sich, glaube ich gerne gefallen, da sie unsere Kreativität eher fördert als einschränkt. Eine 60-köpfige (oder mehr) Übung ist nämlich in der Tat nicht so furchtbar kreativ, und die fachliche Vorbereitung auf die Prüfung kann sie schon lange nicht leisten. Herzlichen Glückwunsch und Dankeschön an das iberisch-lateinamerikanische Institut!
Der einschneidendste Eindruck, jedoch, den ich von der Sitzung mit nach Hause nahm - ja nach Hause, ich Frevler war nicht mehr im Sülz-Texas - war der einer sehr zahmen Studentenschaft. Nach allem, was man sich am Vortage so alles ausgedacht, bzw. in wochenlanger Kleinarbeit erarbeitet hatte, gab man sich doch recht schnell mit den “Fakten”, die uns präsentiert wurden zufrieden. Man wolle ja die Professoren nicht verärgern und überhaupt, seien sie ja oft gar nicht die richtige Adresse für unsere Beschwerden.
Ja mein Gott, warum sitzen wir denn dann überhaupt in einem solchen Gespräch. Die Meinung der Professoren kann ich mir auch ohne deren Hilfe zu eigen machen. Faktum ist doch wohl, daß in Köln aus welchen Gründen auch immer ein Studiengang eingeführt wurde, für den es einfach keine Voraussetzungen seitens der Uni gibt. Weder Mittel noch Lehrangebot sind da, Informationen schwer zugänglich, von einer geschriebenen Studienordnung einmal ganz zu schweigen. Wer hat sich denn für die Einrichtung dieses Studienganges stark gemacht, wenn nicht die Professoren? Diese haben dann auch nach Absprache mit den betroffenen Instituten unseren Studiengang für durchführbar erachtet - das Ergebnis sehen wir vor uns.
In einer solchen Situation muß doch auch einmal Klartext geredet werden, man kann nicht immer nach dem ersten “qualifizierten” Einwand der Dozenten akzeptieren, was man aufgetischt bekommt, vor allem nicht, wenn dies in der alleinseligmachenden Tatsachenkonfrontation besteht, unser Studiengang sei nunmal nach dem Baukastenprinzip aufgebaut, und das würde sich auch nicht ändern, solange die Prüfungsordnung noch in Kraft sei.
Respekt vor Professoren kann man auch übertreiben. Wo bleibt der Respekt vor uns, die diesen Studiengang studieren teilweise ohne jeden Bezug auf das eigentliche Thema unseres Faches? Wo bleibt die Achtung vor der Studienentscheidung der Studenten, die den Kurs gewählt haben, wenn argumentiert wird, man müsse eben lernen, auch an anderen Themengebieten exemplarisch zu arbeiten, um dies dann übertragen zu können?
Im Zuge dieser Argumentation sollte man übrigens beantragen, unserem Studiengang das Suffix “Lateinamerika” zu nehmen, und - auf Grund dieses eben genannten exemplarischen Charakters - möglichst auch den Vorspann “Regional” zu tilgen, da es bei unserer realen Studiensituation keine einheitliche Region gibt. Auf diese Weise könnte man jede Verbindlichkeit des Lehrangebots aus dem Namen des Kurses entfernen und diejenigen, die dann den noch übriggebliebenen Studiengang “Wissenschaften” exemplarisch studieren, werden mit Sicherheit echte Pioniere sein und somit die seitens der Dozentenschaft eingebrachten Vorstellungen von Eigenengagement und persönlichem Einsatz garantiert erfüllen.
Bis dahin könnte man sich in der Studentenschaft noch einmal Gedanken machen, ob solches durch ein etwas entschiedeneres Auftreten nicht doch noch zu verhindern ist. Auch andere Adressaten - die jetzigen waren ja scheinbar konsensmäßig nicht die Schuldigen - müßten mal aufs Korn genommen werden, und zwar etwas konfrontativer.
Aber immerhin, dieses Treffen war ja auf jeden Fall ein recht guter Einstieg, und nach meiner obligatorischen Grübelei, ob ich hier wirklich noch einmal hinkommen soll, muß ich diesmal mit einem entschiedenen “JA” antworten.
Klar, ne Menge Sachen gingen mir bei diesem Prof-Studi-Gespräch auf beiden Seiten ziemlich gegen den Strich, und ich denke mir auch, ob das alles Sinn hat weiß man noch nicht. Andererseits, wenn ich es wieder einmal den anderen überlasse, gegen wen kann ich dann noch meckern?
Zwar werde ich die Uni im nächsten Semester wegen Praktikum nicht mit meiner Anwesenheit beehren können, aber trotzdem, noch bin ich ja nicht weg, und... ich komme ja auch wieder.
Wahrscheinlich wär’s gut wenn mehr Leute gekommen wären, und wenn’s nur dazu dient, enttäuscht zu werden und konsequenterweise mitmischen zu wollen. Ist doch ein Anfang, oder?
Ich lege nochmals Wert auf die Feststellung, daß dieser Artikel ein sehr subjektiver ist, in keinster Weise mit der Fachschaft abgesprochen wurde und auch nicht (noch nicht?) deren Meinung widerspiegelt.

 Dirk Heinen

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Diese Seite wurde erstellt von Marco Hüls am 25.02.2002