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|Portuñol
3 - Übersicht|
- Ein Märchen, von einem der auszog,
ein Praktikum zu absolvieren... -
Es war einmal ein Student der wollte ein Praktikum in
Lateinamerika machen!
Er hatte aufmerksam die Hinweise im Studienführer der
Universität zu Köln am Anfang seines Studiums gelesen, und war
auf den Satz gestoßen, daß ein mindestens dreimonatiges Praktikum
für seinen Studiengang dringend angeraten sei.
Prima, wollte er immer schon einmal machen, Ausland nicht nur als Tourist
erleben, sondern dort auch arbeiten. So ging er denn in die Studienberatung
seiner Fakultät und stieß auf eine Antwort von rund 60 Unternehmen
Deutschlands auf eine Anfrage des Instituts für Volkswirt-schaftslehre
um die Vergabe von Praktikaplätze für jenen Studiengang.
Erfreut ging er nach Hause und setzte sich mit der Liste der Unternehmen
auseinander. Doch, oh graus, was mußte er dort lesen: bevorzugt
BWL-Studenten... abgeschlossene Bankbetriebslehre erforderlich... Kenntnisse
in Betriebswirt-schaftslehre angeraten... etc. etc. Sollte er sich etwa
in der Liste der Unternehmen geirrt haben, und die eines fremden
Studienganges in die Hände bekommen haben? Nein, er vergewisserte
sich noch einmal und mußte feststellen, daß er sich nicht
geirrt hatte. Schade, aber nun denn, es gibt ja noch andere Adressen.
Also schnell mal das Goethe-Institut,
die GTZ, die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung,
und einige kirchliche Organisationen angeschrieben. Und siehe da, das
Ergebnis war überwältigend. Innerhalb einer Woche gab fast jeder
Antwort.
...bedauern wir Ihnen mitteilen zu müssen...möchten Sie aber
auf die Konrad-Adenauer- Stiftung... das Goethe-Institut...Die Friedrich-Ebert-Stiftung...die
GTZ... etc.etc. verweisen, die unseres Wissens...
Nun denn, dann eben mal ein paar private Institute angeschrieben, und
siehe da, die Antworten waren überwältigend, besonders was deren
Vorstellungen von studentischer Finanzkraft anging. Hatte der Student
die Hoffnung auf eine bezahlte
Praktikantenstelle schon aufgegeben, so war er von dieser Version des
Praktikums doch einigermaßen überrascht: Praktikaplätze
für Studenten, drei Monate 1.500,- DM, ein halbes Jahr DM 9.000,-
und ähnliches wurden ihm hier
angeboten. Aber der fleißige Student war ja nicht faul und schrieb
noch in einem letzten Versuch an eine
Partneruniversität seiner Uni, die bekannterweise des öfteren
Praktika vergab, wenn auch unbezahlte.
Und siehe da, er hatte unglaublichen Erfolg. Er konnte in diesem fernen
Land in einem Kulturinstitut seiner Muttersprache arbeiten, indem er Kurse
in Deutsch, Übersetzungskurse und Konversationskurse anbot. Außerdem
sollte
er maßgeblich an der Kulturarbeit dieses Instituts beteiligt werden.
Na prima, paßt ja auch zu der inhaltlichen
Ausrichtung seines Studiums, dachte er sich und begann sich um Finanzierungsmöglichkeiten
zu kümmern.
Er stellte einen Antrag auf eine Flugkostenpauschale und ein Stipendium
bei einem akademischen Austauschinstitut. Desweiteren bemühte er
sich um Förderung durch Auslands-BAföG, welche ihm auch telefonisch
zugesagt
wurde. Nachdem er nun den endlosen Papierkrieg hinter sich gebracht hatte
- das Amt für Auslands-BAföG
mußte natürlich trotz seines eben erst bewilligten allgemeinen
BAföG-Antrags (so geht das ja nun nicht, junger Mann) erst einmal
prüfen ob der Student denn überhaupt allgemein BAföG-berechtigt
war - hieß es dann erst einmal warten.
Die Antwort auf den Antrag auf Reisekostenbeihilfe erwartet der Student
immer noch. Das Stipendium des Austauschinstituts konnte nicht gewährt
werden, da sein Studiengang nicht primär mit der Vermittlung der
deutschen Sprache zu tun hatte, und das Auslands-BAföG mußte
leider verweigert werden, da ein solches Praktikum in seiner
Studienordnung nicht ausdrücklich zwingend verlangt wurde und ebenfalls
in seiner Studienordnung nicht inhaltlich geregelt war. Zu
Schade aber auch, dachte sich der fleißige Student, daß mein
Studiengang nach nunmehr
neun Semestern Existenz immer noch keine Studienordnung aufzuweisen hat,
in dem ein Praktikum gefordert werden kann oder auch nicht, zumindest
aber inhaltlich geregelt werden könnte.
Also beschloß der Student, alles zu versuchen, sein Praktikum selbst
zu finanzieren, denn er war ja ein eigenverantwortlicher Student. In der
Zwischenzeit studierte er weiterhin sein Fach an seiner Fakultät
seiner Universität und
dachte sich nur noch: Sch... Laden! P.S.: Ähnlichkeiten mit der realen
Welt wie dem Studiengang Regionalwissenschaften /
Lateinamerika der Philosophischen Fakultät der Universität zu
Köln würden mich doch sehr verwundern!
dh

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Diese Seite wurde erstellt von Berenike
Oesterle am 07.06.2002
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