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- Die Rückkehr der Azteken
oder Aztekisch für Historiker -

In diesem Semester ist erstmals ein Kurs Aztekisch für Historiker angeboten worden. Entstanden ist dieser Kurs in Folge des Studierenden-DozentInnen-Gespräches im letzten Sommersemester. Dort hatte die Fachschaft angeregt, uns die Möglichkeit zu geben, Sprachen der Índios zu erlernen, wie es sich ja eigentlich für einen wahren Regionalwissenschaftler Lateinamerika auch gehören sollte. Professor Prien zeigte sich von der Idee begeistert und wies darauf hin, dass er
jemanden “an der Hand hätte”, der Aztekisch lehren könnte. Nach intensiven Bemühungen insbesonders von der Professor Prien aber auch von der Fachschaft konnte ein Lehrauftrag beim Dekanat herausgeschlagen werden. Der Kurs
“Nahuatl für Historiker” war aus der Taufe gehoben. Nun seit Anfang dieses Semesters trifft sich der erlesene Kreis der StudentInnen, die in die Geheimnisse der Sprache mit den vielen “tl”´s eingeweiht werden möchten, zu unmenschlich
früher Stunde in Raum 010. Unser Dozent wurde sich im Laufe der immer kürzer werdenden Tage schnell darüber im klaren, dass zumal in diesen Breitengraden Universitätsunterricht nicht vor 11.00 Uhr beginnen sollte. Die Sprache der Azteken hat verschiedene Namen. Seit der “Ankunft” der Spanier 1519 war die Sprache unter dem Namen “lengua
mexicana” bekannt. In der Zeit nach der Unabhängigkeit Mexicos begann man die Sprache “Nahuatl” zu nennen. Sie wird auch heute noch von einigen Millionen Índios vor allem in Zentralmexiko gesprochen. Die meisten der indigenen Sprecher sind Analphabeten. So ist auch die Schrift im 16. Jahrhundert von den spanischen Patres hispanisiert worden. Heutzutage wird versucht, die Índios zu alphabetisieren. Wie schon gesagt, gehört das Erlernen des Alphabets bei dieser Sprach nicht zu den Hürden. So konnten wir gleich mit den Grundelementen der Sprache beginnen. Wesentlicher Inhalt des Unterrichts war das Vermitteln der Logik des Aztekischen. Es handelt sich hierbei um eine aglutinierende Sprache, vor allem um eine - in seinen Grundelementen zumindest - sehr logische, mathematische Sprache. Mit der Kenntnis weniger Vokabeln ist es möglich eine Vielzahl von Ausdrücken zu bilden. Dabei geraten die Wörter in ihrer Länge manchmal zu wahren Ungetümern, wie zum Beispiel der Ausdruck für Historiker: Yeuehkatlahtolihkuiloani, was wörtlich soviel bedeutet wie, “Der, der das Wort schreibt, das schon weit weg ist.” Wir haben aber nicht nur die Grammatik gelernt. Ein wesentlicher Bestandteil des Kurses war das Erlernen der Aussprache in kleinen Dialogen aus dem Alltag. Nach dem Alter fragen, Essen bestellen, das neueste über den Freund oder die Freundin erfahren oder die aktuellen Ereignisse in Chiapas kommentieren. Dies haben wir alles durchgespielt. Das Seminar hat uns allen sehr viel Spass gemacht. Das hat vor allem das nachfolgende Hauptseminar yu spüren bekommen, da wir es selten geschafft haben, rechtzeitig das Seminar
zu beendigen. Wir hoffen alle, dass Arturo Dávila-Sánchez noch ein weiteres Semester bei uns bleiben wird, um den Kurs fortsetzen zu können. Der Kurs ist eine Bereicherung für unser Lehrprogramm und das Angebot, indianische
Sprachen zu erlernen, sollte zu einer festen Institution werden. Die Beschäftigung mit der Sprache und Kultur der Indigenas ist eine wichtige Voraussetzung die Geschichte und Kultur Lateinamerikas zu verstehen. Ihre Kenntnis sollte ebenso wie die der Kultur der verschleppten Schwarzen dem angehenden “Regionalwissenschaftler” vermittelt werden. Titoittazke - Auf ein Wiedersehen im nächsten Semester die Aztekatls.

sb

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Diese Seite wurde erstellt von Berenike Oesterle am 07.06.2002