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- „Poesia é como apagar a morte” -

Wie wird man Dichter? Für Narlan Mattos Teixeira ist das keine Frage: man wird als Poet geboren. Und mit der selben Sicherheit, mit der er sich als solchen bezeichnet, erklärt er mir sein ”Auto-movimento”, eine Ströhmung, in der nur Platz für ihn selbst ist. Ironie oder Größenwahn? Er, der die Mehrheit der heutigen Poesie in Brasilien als ausdruckslos bezeichnet, hat das erklärte Ziel, der bedeutendste brasilianische Dichter des kommenden Jahrhunderts zu werden.

Geboren 1975 in Itaquara/Bahia, lebt Narlan Teixeira seit etwa 7 Jahren in Salvador, wo er an der UFBA (Universidade Federal da Bahia) studiert. Seine Fächer sind Portugiesisch und Englisch, doch die Poesie hat für ihn klare Priorität. 1997 wurde er unter 43 Kandidaten für den Prêmio Copene de Cultura e Arte für unveröffentlichte Dichter ausgewählt. In der Jury befand sich unter anderem der Poet Ruy Espinheira Filho, der Narlan Teixeira als Hoffnungsträger einer neuen Dichtergeneration bezeichnet. Als Konsequenz des Preises erschien noch im selben Jahr Narlans erstes Buch, „Senhoras e senhores: o amanhecer”. Die Veröffentlichung erlebte er als Vergewaltigung, eine Art Eindringen in seine innere Welt, in der sich mit der Zeit Gedichte der letzten 10 Jahre angesammelt hatten.

Gefragt nach seiner Art zu schreiben, spricht Narlan von einem Prozess des Einfangens. Meistens erscheinen ihm die Gedichte schon fertig, doch manchmal „fallen” ihm erst einzelne Teile zu, und er merkt allmählich, wie diese sich zusammenfügen. Mittlerweile ist es für ihn leichter geworden, seine Ideen zu bündeln und niederzuschreiben. Auch Ausdruck und Form unterliegen einem Reifeprozess: seine Gedichte werden immer kürzer, die Sprache bildhafter. Aus Angst, seinen persönlichen Stil zu verlieren, liest Narlan heutzutage nur noch die klassischen Dichter und orientiert seine Poesie eher an Kino und Fotografie. Sein liebster deutscher Dichter ist Rainer Maria Rilke, mit dem er sich nach eigener Aussage gar verheiratet hätte.

Zur Zeit plant er die Veröffentlichung seines zweiten Buch, während „Senhoras...” ins Englische und Spanische übersetzt wird.

Ulrike Bock


Teatro

Por baixo da porta chegam mais contas que soluções.
O preço do pão é o preço da vida.
E não há nenhum milagre marcado para segunda-feira.

 

Honduras

O próximo passo é tomar o vapor para Londres.
Onde o cais não conversa.
O concorde é rápido e entorpecente.
O mar da calmaria é calmo demais.
Talvez Nuremberg, Zurique
Apalaches, Apeninos, Macchu Picchu.
Manágua seria suicídio.
Um pequeno hotel de Macapá.
Quem sabe até tornar a Itaquara.

Não há porto seguro que segure um céu estrelado.
Eu sei.
Vou acabar me encontrando comigo numa hora dessas
Numa esquina de um lugar qualquer.

 

Felicidade

Definitivamente – Não sou feliz.

Feliz é essa mulher desse prédio aqui em frente.
(Engraçado, eu acho que ela pensa o mesmo sobre mim.)

 

Mistério

Não adianta.
Pode sentar e esperar.
Esse poema só vai aparecer daqui a uma semana
Na melhor das hipóteses.

Entenda lá o que quiser:
Enquanto eu fui apanhar uma caneta, o poema abriu o chão e entrou
E eu fiquei sem saber se tinha visto um poema ou um disco voador.


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Diese Seite wurde erstellt von Martin Heiden am 21.02.2000