|Portuñol 16 - Übersicht|

- Editorial -

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

zusammen mit anderen stolzen Vätern und erschöpften Müttern, die das schier undenkbare vollbracht haben, feiern wir unser Milleniumsbaby und taufen diesen Wonnebrocken auf den Namen „Ausgabe Nr. 16”.

Ja, die Portuñol hat es geschafft, wenn auch nicht ganz fristgerecht. Ungeachtet des Zeitungskrieges, der vor den universitären Toren wütet, geht sie friedlich (die 2001-Verfechter mögen an dieser Stelle „im nächsten Jahr” ergänzend hinzufügen) in ihr zweites Jahrtausend. Wie gewöhnlich wird sie sich im Eingangsbereich von Bibliotheken auftürmen und – trendgemäß – gratis in Taschen und Rucksäcken verschwinden. Die Portuñol bleibt bestehen, auch wenn die gewohnte Welt um uns herum bröckelt, Altkanzler alt aussehen und Benzinpreise saftig werden.

Was aber, wenn sich Altbewährtes mit Altverhaßtem vermischt und sich letzteres gewissermaßen huckepack mit ins neue Jahr einschleust? Wir bekämen dann ein Wiedersehen mit der deprimierenden Ideenlosigkeit zum Thema eckdatenkonforme Anpassung unseres Studienganges und das Ministerium ihr déjà vu, nachdem ein Brief (Absender Pape) dort zum drittenmal einflöge. Einmal mehr ginge es nicht um die Studierenden dieser Universität. Und der Stellungskampf um Hoheitsansprüche zwischen Professoren und Ministerium hielte an. Alles Unkenrufe aus den Reihen vergreisender Fachschaftsmitglieder? Unsere werte Leserschaft möge selbst entscheiden.

Doch genug jetzt der garstigen Worte. Fortan sollen Dankesworte die Zeilen des Editorials zieren.

Danke für anhaltende Spontaneität, die uns kurzfristig neue Prüfungsinhalte bescherte. Wir müssen zugeben, die Staatswissenschaften haben uns gefehlt. Jetzt erst sind wir mündige Staatsbürger. Ehrlich! Danke auch für die Erklärung der Sinnhaftigkeit von Doktortitel und -würden. Waffen also sollen es sein gegen Argumente anderer, wenn die eigenen ausgehen. Danke auch dafür, daß wir Beamtentum hautnah miterleben durften. Es nahm uns den Schrecken vor der Leistungsgesellschaft. Denn wir wissen nun, daß es sie auf dem Arbeitsmarkt „Universität“ nicht gibt. Das finden wir super. Echt! Ein herzliches Dankeschön ferner für wiederholtes Anstehen für diese farbenfrohen Seminarkarten. Was wären wir ohne sie? Die kleine gelbe, die so frech aus der Geldbörse lugte, hatte es mir besonders angetan. Toll wie ihr das immer wieder macht, das mit den Karten. Ganz groß! Und das mit dem Abiturzeugnis. Daß ihr es wieder und wieder sehen wollt. Das erfüllt uns mit großem Stolz. Danke für alles. Danke, Danke, Danke. Ihr seid wundervoll. Am ehrlichsten!

 Jutta Wasserrab

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Diese Seite wurde erstellt von Martin Heiden am 21.02.2000