Eindrücke eines Erstsemesters von der Einführungsberatung- Anspruch und Wirklichkeit -Die obligatorische Beratung bot tiefe Einblicke in das Verhältnis zwischen Professoren und Fachschaft, dabei drohte die Information über das Studium auf der Strecke zu bleiben Als verunsicherter Erstsemester erwartete ich in der obligatorischen
Einführungsberatung endlich Aufklärung über alle Fragen,
die mir seit einigen Wochen auf den Nägeln brannten; denn die Gerüchteküche
RWL brodelt auch unter Studienanfängern. Gibt es ein kommentiertes
Vorlesungsverzeichnis? Muss man sich für bestimmte Seminare vorher
anmelden? Brauche ich einen Schein in Rechnungswesen um VWL-Vorlesungen
zu besuchen? Welche Vorlesungen besuche ich am besten im ersten Semester?
Kann man das Studium überhaupt in neun Semestern schaffen? Eine Fachschaft kann man auch abwählenAha, so ist das also. Doch wer ist die Fachschaft und warum soll der Studiengang reformiert werden? Fragen über Fragen, doch keine Antworten von Herrn Iken, stattdessen eine flammende Rede, die uns davon überzeugen soll, dass in der Fachschaft lauter üble Schurken versammelt sind, denen man nichts, aber auch gar nichts glauben darf. Verbunden war all dies mit dem dezenten Hinweis, eine Fachschaft könne man auch abwählen, was er uns dringend empfahl. Diese Polemik zeigte Wirkung: Die Anwesenden waren noch verwirrter als zuvor. Streit an der UniEs wurde offensichtlich, dass es Streit an der Uni gibt. Muss dieser aber vor den Erstsemestern ausgebreitet werden, die all das nicht verstehen können und wollen? Nach diesem ersten Eindruck hoffte ich auf Besserung. Jetzt wurde ein Informationsblatt herumgereicht, das sicher alle Fragen ausräumen würde. Leider warf auch dieses wieder neue Fragen auf. Abgedruckt war eine alte vorläufige Diplom-Prüfungsordnung, versehen mit vielen unübersichtlichen Anmerkungen und Änderungen. Die Prüfungsordung wurde dahingehend kommentiert, dass sie ohne die Blockade der Fachschaft viel einfacher, übersichtlicher und studentenfreundlicher wäre. Dann wurde das Wort an Herrn Rothe als Vertreter des Fachbereichs VWL übergeben. Er sollte über den Studienverlauf in seinen Fach informieren. Doch leider gingen bei ihm die wirklich wichtigen Informationen in der sich fortsetzenden Schelte gegen die Fachschaft unter. Zum Glück wurde die Veranstaltung im weiteren Verlauf sachlicher, so dass tatsächlich die meisten offenen Fragen geklärt werden konnten. Am Ende bemühte sich Frau Dr. Schüler doch noch
um Fairness: Bei allen Meinungsverschiedenheiten, die man habe, wies sie
darauf hin, dass die Fachschaft RWL eine der gewissenhaftesten und aktivsten
der Universität sei. Marco Hüls
Diese Seite wurde erstellt von Martin Heiden am 21.02.2000 |