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15 - übersicht|
Dekanat führte Absolventenbefragung durch
- RWL – Qualifizierte Fachkräfte für Lateinamerika? -
Abschaffung von RWL ja oder nein wie auch immer man dazu stehen
mag, eines hat die Diskussion auf der VV allemal gezeigt: das Interesse
daran, zu erfahren, was aus den RWL-AbsolventInnen wird, ist groß.
Diese Fragestellung hat auch das Dekanat veranlaßt, eine Umfrage
aller diplomierten RWLerInnen bis einschließlich Sommersemester
98 immerhin ca. 180 durchzuführen.
Eine genaue Auswertung steht bislang noch aus. Wir möchten hier
aber schon einige der Ergebnisse darstellen, so wie sie auch in offiziellen
Gesprächen bekanntgegeben wurden. Leider liegt uns weder die genaue
Fragestellung seitens des Dekanats noch eine detaillierte Aufstellung
der Daten vor.
Von den Angeschriebenen antworteten etwa 80; da einige der Briefe aber
als unzustellbar zurückgesandt wurden, kann von einer positiven Resonanz
von gut der Hälfte der AbsolventInnen ausgegangen werden. Eine andere
Frage ist dabei, inwieweit diese als repräsentativ gelten kann
immerhin ist die ermittelte Quote von 3% arbeitsloser RWLerInnen ungewöhnlich
niedrig. Ein Anteil von fast 80% mittlerweile Berufstätiger sollte
optimistisch stimmen, wäre nicht die Frage, ob diese wirklich in
Bereichen liegen, die mit Lateinamerika auch nur das geringste zu tun
haben.
Untersucht man die Tätigkeitsfelder näher, so ist festzustellen,
daß der größte Anteil der AbsolventInnen im Wirtschaftsbereich,
z.B. im Management oder im Handel, eine Anstellung gefunden hat. Hierbei
allerdings sollte man sich vor Augen halten, daß die Spannweite
der Stellungen und Funktionen sehr groß ist: vom Kaufmännischen
Sachbearbeiter bis zur Projektleiterin.
Den zweitgrößten Komplex stellen die Medien dar, dicht gefolgt
vom Bereich der internationalen Organisationen. Hier kann mit Sicherheit
der stärkste Lateinamerikabezug festgestellt werden, wobei die Tätigkeiten
sowohl im Sektor der privatwirtschaftlichen (Consulting-Firmen) als auch
der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit (GTZ) und in politischen Organisationen
(z.B. Europäisches Parlament) anzusiedeln sind. Viele der AbsolventInnen
streben auch in den wissenschaftlichen Bereich. Obwohl die Promotion für
RWLerInnen ursprünglich nicht vorgesehen war, wurde inzwischen sogar
eine vereinfachende Regelung im Fach Iberische und Lateinamerikanische
Geschichte in der neuen Promotionsordnung festgeschrieben.
Als allgemeines Fazit kann festgestellt werden, daß der Lateinamerikabezug
dezidiert nur im Bereich Verantwortliche Stellung in internationalen
Organisationen gegeben ist und dies trifft nur auf 17% der
Befragten zu. Allerdings entspricht die Schwerpunktsetzung der tatsächlichen
Berufsfelder den in der Selbstdarstellung der RWLerInnen (Broschüre)
angeführten Perspektiven.
Im Grunde genommen war dieses Ergebnis vorhersehbar: Eine allzu positive
Deutung fällt uns persönlich schwer, da die angegebenen Bereiche
wenig spezifiziert wurden und die Vermutung naheliegt, daß vieles
sich in einer Grauzone zwischen Neuorientierung und verdeckter Arbeitslosigkeit
bewegt.
Ulrike Bock · Frédéric Herrmann

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Diese Seite wurde erstellt von Martin
Heiden am 25.07.99
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