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„Entwicklung braucht Entschuldung“

- Erlaßjahr 2000 -


„Wenn die hochverschuldeten Länder von ihren jährlichen Schuldenrückzahlungen befreit würden, könnten sie diese Mittel für Investitionen einsetzen, die alleine in Afrika bis zum Jahr 2000 das Leben von rund 21 Millionen Kindern retten und 90 Millionen Mädchen und Frauen den Zugang zu Bildung sichern könnten“ (Entwicklungsprogramm der UNO).

Nach groben Schätzungen würde es weltweit 5,54 Milliarden US-Dollar kosten, in einem ersten Schritt allen hochverschuldeten armen Ländern der Dritten Welt die Schulden bis auf ein tragfähiges Niveau zu erlassen. Der Anteil der Bundesrepublik daran entspräche etwa ein bis zwei Prozent des Verteidigungsetats.
Auf dem letzten Weltwirtschaftsgipfel in Birmingham gehörte die Streichung von Schulden der Entwicklungsländer ursprünglich nicht zur Agenda der 7(-8) größten Wirtschaftsmächte. Erst Massendemonstrationen am Morgen des 16.5.1998 veranlaßten den britischen Gastgeber Blair, die Organisatoren dieser für ein weitreichendes Entschuldungsmodell demonstrierenden Menschenkette noch für denselben Abend einzuladen. Leider wurde jedoch die Hoffnung, es würde bei dem Gipfel zu Beschlüssen über eine nachhaltige Entschuldung kommen, enttäuscht. Vor allem die deutsche Delegation blockierte einen Entschuldungsvorschlag der Briten.
Die Menschenkette von Birmingham sollte sich dennoch als großer Erfolg erweisen, denn sie hat bewirkt, daß auf dem diesjährigen Gipfel, der in Köln stattfindet, die Schuldenfrage auf dem Programm steht. Die deutsche Regierung hat inzwischen einen Entwurf zu einer Teilentschuldung der armen Länder ausgearbeitet, den die Kampagne „Erlaßjahr 2000“ allerdings für unzureichend hält. Daher gilt es, auch zum diesjährigen Weltwirtschaftsgipfel am 19. Juni den Forderungen der Kampagne durch eine eindrucksvolle Massendemonstration Nachdruck zu verleihen. Dazu ist eine K-Ö-L-N-E-R Menschen-K-E-T-T-E von 50.000 Teilnehmern rund um das Konferenzzentrum „Museum Ludwig“ und über die anliegenden Brücken geplant. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Kampagne sozusagen von einer fünfzigtausendfachen Beteiligung abhängig. Mit anderen Worten: Es wäre toll, wenn Du kommen und gleich 49.999 Freunde und Anverwandte mitbringen könntest! Wie immer gilt bei solchen Aktionen, daß sie nur Erfolg haben können, wenn sich jeder einzelne aufmacht. Im letzten Jahr ist dadurch eine Einladung für dieses Jahr erwirkt worden. Dieses Jahr hoffen die Organisatoren, nun einen Schritt weiter zu gelangen und konkrete Entschuldungsergebnisse zu erreichen.
Nähere Informationen zu den Forderungen der Kampagne und dem Ablauf der Demonstrationen erhältst du schriftlich bei der Kampagne „Erlaßjahr 2000“ (c/o Südwind e.V., Lindenstraße 58-60, 53721 Siegburg), telefonisch über die Kampagnen-Hotline (0221/3382106) oder persönlich bei der Unigruppe von amnesty international, die sich an der Kampagne beteiligt (Tim Neufert, 0221/9402249; siehe nebenstehende Anzeige).
Am Aktionstag selbst wird es neben dem Hauptereignis der Menschenkette zahlreiche Informationsveranstaltungen geben.

 Tim Neufert

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Diese Seite wurde erstellt von Martin Heiden am 25.07.99