Ersatzlose Streichung von § 14 (1) 1
Streichung von § 14 (1) 4 Leistungsnachweis aus einem Proseminar Sprachwissenschaft
Neu § 15 (1) 1 bzw. (3) 1 Spanische Literatur
Neu § 15 (2) 1 bzw. (4) 1 Portugiesische Literatur
Begründung: Bereits laut der alten Prüfungsordnung nahm die Sprachwissenschaft eine untergeordnete Rolle
ein, da sie bereits mit dem Grundstudium abschloß. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Studiengang zeigen,
daß der Bereich Sprachwissenschaft am schwierigsten mit den anderen Fächern zu integrieren ist. Dies
gilt besonders für die beiden Fächer aus der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät.
Auch für die angestrebten Berufsfelder stellt die Sprachwissenschaft keine nennenswerte Zusatzqualifikation
dar.
Im Sinne der durch den Eckdatenverordnung angestrebten Reduzierung der Studieninhalte auf die wesentlichen Kernelemente
ist der Erhalt der Sprachwissenschaft in der Prüfungsordnung nicht vertretbar.
Außerdem fordern wir, den Nachweis des kleinen Latinums herauszunehmen. Wir sind der Meinung, daß das
kleine Latinum für die nach dem Wegfall der Sprachwissenschaft verbleibenden Fächer inhaltlich nicht
notwendig ist. Schon bisher hat dies zu erheblichen Studienzeitverlängerungen vor allem für die zahlreichen
Studierenden aus Lateinamerika, Spanien und Portugal geführt. Im Sinne einer Studienzeitverkürzung sollte
der Nachweis des kleinen Latinums als Studienvoraussetzung entfallen.
(Johannes Beck; Marion Hoock; Sérgio Krieger Barreira)
Änderung von §3 (3) und im gleichen Sinne von §14, §15, §17, §18
Wir fordern den Studiengang in seinem Wesensgehalt, d.h. die Kombination der vier Kernfächer (Spanische oder
Portugiesische Literaturwissenschaft, Iberische und Lateinamerikanische Geschichte, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft),
zu erhalten.
Begründung: Der Studiengang Regionalwissenschaften Lateinamerika wurde als interdisziplinäre Kombination
der Fächer Romanische Philologie/Spanisch oder Portugiesisch, Iberische und Lateinamerikanische Geschichte,
Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft konzipiert. Als einzelne Studienelemente wurden im wesentlichen die
Anforderungen der Studiengänge der jeweiligen Teilgebiete im Baukastensystem übertragen. Ausnahmen wurden
lediglich bei den Anforderungen im Bereich Iberische und Lateinamerikanische Geschichte, wo eine Konzentration
der Studieninhalte stattfand.
Im Rahmen der Studienreform gemäß der Eckdatenverordnung mußte die bisherige Konzeption überdacht
werden. Die Vorschläge der Studierenden richteten sich auf den Erhalt der interdisziplinären Breite der
vier Kernfächer im Grundstudium. Im Hauptstudium hingegen sollte eine Schwerpunktsetzung in einem der vier
Fächer erfolgen. Dazu legten die Studierenden des Faches Regionalwissenschaften Lateinamerika verschiedene
Umsetzungskonzepte vor, mit deren Ausarbeitung direkt nach der Verabschiedung der EckVO begonnen wurde.
Der vorliegende Entwurf einer DPO ist gegen den entschiedenen Widerstand der studentischen Vertreter zustandegekommen.
Der interdispziplinären Breite unseres Vorschlags setzt er die Verengung auf jeweils drei Fächer in zwei
Studienrichtungen entgegen. Ein integriertes interdisziplinäres Studium der Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft
ist in Zukunft nicht mehr möglich. Der Diplomstudiengang Regionalwissenschaften Lateinamerika wird in die
Studienrichtungen Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre zerteilt. Damit ist der Wesensgehalt des bisherigen
Studienganges, die interdisziplinäre Kombination der vier Fächer, zerstört.
Die Trennung von Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft ist besonders tragisch, da sich gerade zwischen
diesen beiden Fächern hohe Synergieeffekte ergeben. Das Verständnis der gesellschaftlichen Situation
in Lateinamerika setzt unserer Meinung nach zumindest Grundlagenkenntnisse in beiden Fächern voraus.
Eine Trennung zu diesem Zeitpunkt ist um so unverständlicher, da ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes
Leuchtturmprojekt begonnen hat. Es wird ein interdisziplinäres volkswirtschaftliches und politikwissenschaftliches
Hauptseminar durchgeführt. Dieses besteht aus einem Simulationsspiel von Verhandlungen zwischen den beiden
Integrationsbewegungen EU und Mercosul, in dem politikwissenschaftliche und volkswirtschaftliche Aspekte erstmalig
zusammengeführt werden. Zukünftige Projekte ähnlichen Charakters werden aufgrund der stark unterschiedlichen
Vorkenntnisse der Studierende beider Studienrichtungen nur noch schwer realisierbar sein.
Die Studienrichtung Politikwissenschaft unterscheidet sich zudem nur marginal von der Kombination Politikwissenschaft,
Romanische Philologie sowie Iberische und Lateinamerikanische Geschichte im Rahmen eines Magisterstudiengangs an
der Philosophischen Fakultät.
Die vorgelegte Diplomprüfungsordnung Regionalwissenschaften Lateinamerika ist keine Studienreform im Sinne
der EckVO. Vielmehr handelt es sich um die Abschaffung eines Studiengangs und der Errichtung von zwei neuen Studiengängen.
Diese tragen zwar noch den Namen Regionalwissenschaften Lateinamerika, sind aber weder mit dem ursprünglichen
Studiengang noch untereinander vergleichbar.
Wir lehnen deswegen die vorliegende Diplomprüfungsordnung komplett ab und fordern die Zurückweisung in
das zur Ausarbeitung zuständige Gremium unter der Prämisse, eine Prüfungsordnung auszuarbeiten,
welche die vier Kernfächer und somit den Wesensgehalt des Diplomstudiengangs Regionalwissenschaften Lateinamerika
erhält.
(Johannes Beck; Marion Hoock; Sérgio Krieger Barreira)
Beim Betrachten der 41 Prüfungselemente (Leistungsnachweise und Prüfungen) der alten Prüfungsordnung
(das Vordiplom Romanistik wurde doppelt gezählt, da es zwei getrennte Prüfungen für Sprach- und
Literaturwissenschaften sind) fällt auf, daß sowohl Politik mit 17,1% als auch Volkswirtschaftslehre
mit 22% der gesamten Prüfungselemente beides Kernpfeiler unseres bisherigen Studiengangs Regionalwissenschaften
Lateinamerika sind. Auf Romanistik entfallen allerdings – wegen der vielen Scheine für die Sprachpraxis –
mit 46,3% die meisten Prüfungselemente.
Der Entwurf der neuen Prüfungsordnung sieht vor, den Romanistik-Anteil auf 35% zu reduzieren, dafür die
Geschichte auf 20% anzuheben. Entweder Politikwissenschaften oder Volkswirtschaftslehre erhalten dann je nach
Wahl der Studienrichtung 35% der Prüfungselemente. Neu hinzu kommt das Wahlpflichtfach mit 10% Anteil an den
möglichen 20 Prüfungselementen.
Ein Blick auf die – aufgrund der immer noch fehlenden Studienordnung nur grob errechenbaren – Semesterwochenstunden
nach der bisherigen, alten Prüfungsordnung zeigt, daß den beiden Fächern Politikwissenschaften
mit ca. 25% und Volkswirtschaftslehre mit ca. 29% Anteil an den gesamten Semesterwochenstunden im tatsächlichen
Studienalltag ein weitaus größeres Gewicht zukommt als es die reine Addition der Prüfungselemente
vermuten läßt. Die Romanistik kommt hier nur noch auf ein Drittel der Semesterwochenstunden.
Besonders im Hauptstudium sind die beiden Fächer der WiSo-Fakultät wichtiger als die Fächer der
Philosophischen Fakultät. Das zeigt auch die große Zahl von Diplomarbeiten in den Volkswirtschaftslehre
und Politikwissenschaften.
Johannes Beck