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-Als Brigadist im spanischen Bürgerkrieg-

Friedetzky: Lieber für spanisches Volk kämpfen als Schuß für Faschisten abgeben

“Man muß eine Revolution im Volk verankern: Schaut Euren Führern nicht aufs Maul, schaut ihnen auf die Hände!”, wußte Heinrich Friedetzky, der im Gespräch mit Achim Domnick am 30.6.1997 im Sülz-Texas von seinen Erfahrungen aus dem spanischen Bürgerkrieg berichtete, wo er auf der Seite der Republik gekämpft hat.

Der in Oberschlesien geborene Friedetzky war als Mitglied der FRAUD (Freie Arbeiterbewegung Deutschlands) überzeugter Anarchist, eine Gesinnung, die im faschistischen Deutschland nicht geduldet wurde. Die politische Arbeit fand im Untergrund statt. Was sehr schwer war, da die Linke in sich zerstritten war: “Die Kommunisten waren den Faschisten näher in ihren Vorstellungen als uns”, erinnerte sich Friedetzky, so beschloß er, da der Krieg schon abzusehen war: “Bevor ich auch nur einen Schuß für die Faschisten abgebe, gehe ich für unsere Sache nach Spanien!”

Um über Frankreich nach Spanien zu reisen, brauchte Friedetzky ein Visum. Doch es war ein schwieriges Unterfangen. Er klapperte die Konsulate ab, aber: “Wenn Du als Prolet kamst... dann bekamst Du nichts”, lamentierte er über die Probleme. So reiste er über die Schweiz nach Paris und weiter nach Perpignan. Doch seine Organisation schickte ihn angesichts der aussichtslosen Lage zurück nach Paris. Dort wendete sich Friedetzky an das kommunistische Comité Rouge, mit dessen Hilfe er nach Spanien gelangte, wo er 1937 ankam. “Damals konnte man schon nicht mehr von einer Revolution sprechen.”

Eigentlich wollte er sich in Barcelona bei den anarchistischen Milizen melden, doch wegen eines Fliegerangriffs fuhr sein Zug nach Valencia durch. So kam Friedetzky zu den Internationalen Brigaden. Er wurde innerhalb kürzester Zeit nach russischem System ausgebildet. “Das war gut. Man lernte viel, was man nachher an der Front brauchen konnte.”, erinnerte sich Friedetzky. Mit 25 Schuß Munition, ohne Handgranaten und mit einem Karabiner bewaffnet, mit dem er nicht einmal ein quadratmetergroßes Ziel auf 100 Metern Entfernung treffen konnte, ging es dann in den Kampf.

1938 geriet er in Gefangenschaft: “Wir hatten Glück, daß in unserem Frontabschnitt Italiener lagen. Die Franquisten haben keine Internationalen gefangen genommen, und die Moros... die waren noch viel grausamer.”

Die Arbeiter hätten sich schon vor dem Militärputsch zusammengefunden, wußte Friedetzky: “Es war auch der C.N.T. (Confederación Nacional de Trabajadores) bekannt, daß das Militär putschen wollte”. Doch den Arbeitern fehlten die Waffen, um eine Revolution durchzusetzen: “Sie waren nicht bewaffnet, na ja, es waren Anarchisten, ein paar Bomben werden sie gehabt haben, oder auch Revolver. Doch keine Waffen, mit denen man eine Revolution führen konnte.” Die Regierung wollte dem Volk keine Waffen geben. So hätten sie sich die Waffen “besorgt”, erzählte Friedetzky: Sie haben Waffenlager gestürmt. Später habe sich die Regierung dann doch dazu entschlossen, die Arbeiter zu bewaffnen.

Aber die fehlende Unterstützung für die Republik habe man vor allem im Magen gespürt. Des weiteren sei die Zerstrittenheit der politischen Kräfte ein großes Problem gewesen: ”Die Sozis hatten Angst vor einer Revolution, deshalb haben sie sich nicht mit den Kommunisten zusammengetan. Sonst hätte Franco keine Chance gehabt”, meinte Friedetzky überzeugt.
Martin Heiden

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Diese Seite wurde erstellt von Jutta Wasserrab und Johannes Beck am 13.03.98