An dieser Stelle möchte ich einmal auf eine Alternative zu den Sprachschulen in Spanien aufmerksam machen.
Guatemala, das nördlichste Land Mittelamerikas bietet eine reiche Vielfalt an Natur, Klima und Kultur. Einerseits
der Süden, geprägt durch sein warmes Klima und die Pazifiküste, andererseits das sich von der mexikanischen
Grenze bis nach El Salvador hinziehende Hochland und der Norden El Petén, bietet tropischen Dschungel und
Maya-Ruinen.
Quetzaltenango ist mit etwa 500.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt und Wirtschaftszentrum des Landes.
Sie liegt im westlichen Hochland, etwa 200 km westlich von Guatemala Stadt. Sie hat einen guatemaltekischen Charakter
und ist noch nicht so touristisch erschlossen wie die Touristenzentren Panajachel am Lago de Atitlán oder
Antigua. Die Stadt ist von Vulkanen umgeben, und es gibt viele interessante Dörfer zu besuchen, der Lago
de Atitlán - eine der schönsten Gegenden Guatemalas - ist in etwa drei Stunden Busfahrt zu erreichen.
Die Stadt selbst bietet auch ein nettes Kulturprogramm, es gibt ein Theater, kleine Museen, Kinos, gemütliche
Cafés und natürlich auch Discos.
Die Schule Proyecto Lingüístico Español “Educación para todos” in Quetzaltenango ist
ein “non-profit” Kollektiv, das 1991 von einigen guatemaltekischen Studenten gegründet wurde. Die wesentliche
Zielsetzung des Projektes ist erstens, ausländischen Schülern einen qualifizierten Sprachunterricht zu
bieten, verbunden mit dem Studium der Kultur Guatemalas aus historischer, politischer und soziologischer Perspektive.
Gerade dies macht die Schule für Lateinamerika-Interessierte sehr attraktiv. Zweitens, den Lehrern und Gastfamilien
eine Arbeit zu fairem Entgelt zu sichern und drittens, einheimische Schüler aus ländlichen Gegenden in
Form eines Projektes zu unterstützen, um ihnen einen Zugang zu weiterführenden Schulen oder zur Universität
zu ermöglichen.
Das Spanisch-Sprachprogramm beinhaltet täglich fünf Stunden Einzelunterricht, dadurch ist es möglich
den Unterricht individuell an die Bedürfnisse jedes Einzelnen anzupassen. Desweiteren organisiert die Schule
jede Woche Vorträge, Konferenzen, Diskussionen und zeigt Dokumentarfilme. Es wird auch die Möglichkeit
geboten umliegende indigene Orte zu besuchen und Kontakte mit lokalen Organisationen zu knüpfen.
Alle Lehrer haben eine entsprechende Qualifikation die sie an der Universität San Carlos, der Unabhängigen
Universität in Quetzaltenango, erworben haben. Die gesellschaftliche Herkunft der Lehrer ist unterschiedlich,
sie teilen aber alle die Idee von sozialer Gerechtigkeit und Frieden. Mit einem Team von etwa 15 Lehrern hat die
Schule eine persönliche Atmosphäre, die es den Schülern erlaubt, die Lehrer gut kennenzulernen.
Einen großen Teil der Zeit verbringt man in der Familie. Die Familien bemühen sich, die Schüler
zu integrieren und sich mit ihnen zu beschäftigen.
Die Schule kostet US$ 120 pro Woche, bzw. US$ 150 in der Saison. Dies beinhaltet die Verpflegung, Unterkunft in
der Familie und fünf Stunden Einzelunterricht am Tag. Für einen Flug nach Guatemala City muß man
etwa 900 - 1200 DM einkalkulieren.
Es bietet sich aber auch an, nach Mexico zu fliegen und von dort aus mit dem Autobus auf dem Landweg nach Guatemala
einzureisen.
Daniel Bergfeld