Liebe Leserinnen, liebe Leser,
vier Jahre Portuñol, 12 Ausgaben. Wer hätte soweit gedacht, als eine dreiköpfige Redaktion die
Zeitschrift zum Laufen brachte. Vieles hat sich seitdem verändert, einiges ist geblieben. Eine kontinuierliche
Linie großer Themen ist erkennbar: RWL im Internet und die unrühmliche Geschichte der Studienreform.
Die Fortaleza-Ära, welche die RWL-Nation ergriff, hat ihr vorläufiges Ende gefunden.
Die Zeiten des stillen Krieges zwischen „Portugiesen“ und „Spaniern“, dem das zweite Editorial gewidmet war, gehören
der Vergangenheit an. Andere Themen liegen uns weiterhin am Herzen. Fortwährend kämpfen wir für
ein größeres Interesse an Lateinamerika, wundern uns noch immer über abnehmende Wahlbeteiligung
an der Universität.
Nichtsdestotrotz haben wir es immer geschafft, wichtige Gremien mit unseren Kandidaten zu besetzen. Verzweifelte
Aufrufe zur Mitarbeit an der „Buddelarbeit“ der Fachschaft sind leiser geworden, mittlerweile drücken uns
arbeitswillige Massen die Fachschaftstür ein. Zumindest ist die Beteiligung über die „Doppelkopfbesetzung“
hinausgeschossen und junges Blut übernimmt das Fachschaftskommando.
Man denke an die Papiermassen, welche im Laufe der Zeit verschlungen wurden, an all die Druckerpatronen und versendeten
bits und bites. Um ein raucheingehülltes Zimmer, überquellende Aschenbecher und meterweise Kaffee haben
wir uns vergeblich bemüht. Nächte der Verzweiflung und Augenringe bis unter die Wangen sind jedoch auch
uns bekannt.
Das unglaubliche Ereignis einer 12. Ausgabe wollen wir mit einem noch besseren Layout und Druckqualität feiern.
Zum erstenmal in der Geschichte der Portuñol kümmern wir uns um die Bildqualität und nehmen uns
die Ratschläge unserer geschäftstüchtigen Druckerei zu Herzen. Alle Fotos dieser Ausgabe sind zum
erstenmal belichtet. Damit versprechen wir uns mehr zufriedene Gesichter beim Entgegennehmen der noch druckwarmen
Hefte.
Wer meldet hier zaghaft an, daß die Nr. 12 einer Zeitschrift doch kein bewegendes Ereignis sei und wundert
sich über Interna einer unbekannten Amateurredaktion? Berechtigte Zweifel. Verzeiht uns den Ausrutscher, aber
die Zeit bis zu einem echten Jubiläum überlebt selbst kein Langzeitstudent.
Einmal wollen wir uns einreihen in die Gepflogenheiten echter Profis, die ihre Leser mit Redaktionsalltag langweilen
dürfen. Einmal wollen wir unsere Freude über die RWL-Zeitschrift kundtun, insbesondere wenn sie so umfangreich
ist wie die Ausgabe, welche ihr gerade in Händen haltet. Das ist hiermit geschehen.
Viel Spaß beim Lesen!
Jutta Wasserrab