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-Unigruppe amnesty international-

Die amnesty-Gruppe der Uni Köln ist dem Paraguay/Argentina/Brazil/Uruguay-Regional Action Network (PABRAN) angeschlossen und beschäftigt sich mit Menschenrechtsfragen der genannten Länder. Leider gehören Menschenrechtsverletzungen dort immer noch zum Alltag.

Der letzte Jahresbericht von amnesty international für Brasilien liest sich wie eine einzige Schreckensnachricht. Da ist die Rede von katastrophalen Haftbedingungen, zahlreichen Folterungen in den Gefängnissen, Hunderten von sogenannten außergerichtlichen Hinrichtungen durch die Polizei und Todesschwadronen, von polizeilich geduldeten Menschenrechtsverletzungen gegen die indianische Bevölkerung und “Verschwindenlassen”.

Die “extralegalen Hinrichtungen” stehen oft im Zusammenhang mit Landbesetzungen des Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra (MST), der auf friedliche Weise versucht, durch Druck auf die Regierung die Landreformen anzutreiben. Häufig sind die Mitglieder des MST der Willkür von Polizei und Justiz ausgesetzt und werden aus rein politischen Motiven verhaftet und verurteilt.

Die Unigruppe hat sich z.B. für den des Mordes angeklagten José Rainha, einem der nationalen Führer des MST eingesetzt, der ohne jegliche Beweise zu 26 Jahren Haft verurteilt wurde. Durch Briefe an die Behörden und an die Regierung konnte amnesty international eine Wiederaufnahme des Falls erreichen.

Die Menschenrechtsorganisationen und kirchlichen Gremien vor Ort können trotz großem Einsatz in der Regel keinen wirksamen Druck auf die politisch Verantwortlichen ausüben. Daher haben die internationalen Menschenrechtsorganisationen weiterhin eine tragende Funktion zur Bewußtseinsschaffung und Mahnung der Mißstände. Um wirklich etwas ausrichten zu können, muß man viel Energie einsetzen und einen langen Atem haben. Das gilt auch - ganz besonders momentan - für die Unigruppe, die leider aus verschiedenen persönlichen Gründen (Studienabschluß, Uniwechsel, Auslandssemester) auf eine halbe Handvoll Aktiver geschrumpft ist. Es wäre schade, wenn es sie bald nicht mehr geben würde. Amnesty international ist nur deshalb zu großem Ansehen und Einfluß gekommen und funktioniert nur dadurch, daß viele Individuen sich in kleinen Gruppen zusammensetzen und einen Beitrag leisten. Und jeder Beitrag zählt! Und jeder kann mitmachen, da amnesty Informationsmaterial stellt (z.B. für Briefaktionen) und damit Anhaltspunkte für Aktionen gibt. Je mehr Einfallsreichtum dann die Gruppe beweist, um so interessanter können die Aktionen gestaltet werden. Ein Fortschritt ist es in jedem Fall, denn erst durch die Masse von Briefen, die beispielsweise gegen die ungerechte Verurteilung José Rainhas protestierten, konnte etwas bewegt werden. Und dabei geht es für die Betroffenen oft um Leben und Tod.
Tim Neufert

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Diese Seite wurde erstellt von Jutta Wasserrab und Johannes Beck am 13.03.98