Terre des Femmes (TdF) ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Frauen, die versucht in allen Teilen der Welt die Position der Frau zu stärken und durch Aktionen, Einzelfallhilfe und Förderung von Frauenprojekten aktiv zu werden.
Den Impuls zur Gründung gaben 1981 einige Tübinger Frauen. Die schweizer Menschenrechtsorganisation "Sentinelles" (Die Wächter) hatte in einer Zeitschrift einen Artikel über Frauenschicksale im Mittleren Osten veröffentlicht und damit die Frauen darauf aufmerksam gemacht, wie andere Frauen dort leben und mit was für Schwierigkeiten sie aufgrund ihres Geschlechtes zu kämpfen haben. Dadurch bewegt setzten sich die Frauen mit den "Sentinelles" aus Lausanne zusammen und gründeten so im Mai 1981 Terre des Femmes. Die Ähnlichkeit des Namens mit der weltweiten Organisation der "terre des hommes" ist beabsichtigt und soll darauf hinweisen ( im Französischen bedeutet hommes sowohl Mensch als auch Mann), daß auch Frauen ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben haben, was aber in vielen Ländern noch mißachtet wird. Abgesehen hiervon besteht zwischen terre des hommes und Terre des Femme kein Zusammenhang, obwohl die bei einigen Aktionen zusammenarbeiten. Terre des Femmes hat es sich als Aufgabe gesetzt die Rechte von Frauen, ungeachtet ihrer konfessionellen, politischen, ethnischen und nationalen Identität zu verteidigen.
Seit 1981 hat sich der Verein auf ca. 750 Mitgliedsfrauen vergrößert. 1990 wurde eine Bundesgeschäftsstelle in Tübingen mit hauptamtlichen Mitarbeiterinnen eingerichtet. Hierdurch konnte die Vereinstätigkeit erheblich professionalisiert werden. Terre des Femmes finanziert sich ausschließlich über die Mitgliedsbeiträge und über Spenden. Ansonsten teilt sich Terre des Femmes in Städtegruppen auf, die ehrenamtlich mitarbeiten. Diese Städtegruppen wollen in Zusammenarbeit mit dem Büro die Öffentlichkeit über Ausbeutung und Mißhandlung von Frauen informieren und zu Aktionen anregen. So ruft Terre des Femmes bei solchen Infoveranstaltungen immer wieder zu Postkartenaktionen auf, bei der Protestkarten zum Beispiel an Firmen geschickt werden, die Waren verkaufen, die unter ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in "Dritte Welt Ländern" produziert werden. Jeweils am 25. November am "Internationalen Tag: Nein zur Gewalt gegen Frauen" bereitet Terre des Femmes Aktionen vor. Im letzten Jahr wurde z.B. vor Reisebüros gegen Billigurlaubsangebote in die Sextourismusländer demonstriert.
Schwerpunkte der Arbeit von Terres des Femmes liegen in verschiedenen Bereichen. Beim Kampf gegen die Genitalverstümmelung in Afrika, wo nach Schätzungen von UNICEF bereits 117,5 Millionen Frauen verstümmelt worden sind, versuchen sie durch Unterstützung spezieller Projekte Aufklärungsarbeit über die gefährlichen Folgen, die bis zum Tod oder lebenslangen Schmerzen führen können, zu leisten. Kampf gegen Gewalt in der Ehe, Kampf gegen den Sextourismus und Kampf gegen die Ausbeutung der Frauen in mittelamerikanischen und indischen Textilfabriken sind weitere Aktionsschwerpunkte. Am diesjährigen 25. November wird gegen eben jenen letzen Punkt agiert werden. Die Frauen von Terre des Femmes wollen den deutschen Textilhandel dazu bewegen eine Charta für fairen Textilhandel zu unterzeichnen. Zu diesem Zweck arbeiten sie mit der "Clean Clothes Campaing" zusammen. Für weitere Informationen kann man sich an die Bundesgeschäftsstelle in Tübingen wenden (terres de Femmes, PF 2565, D-72015 Tübingen).
Wiebke Kessens