Sowohl in Spanien als auch in Portugal ist ein neues Werk zu den gegenseitigen Beziehungen während der Zeit von 1930-1955 erschienen. Ausgehend von der Bildung des sogenannten Bloco Ibérico während des zweiten Weltkrieges wird betrachtet, wie beide Länder und ihre Diktatoren versuchten, gemeinsam auf die neuen weltpolitischen Gegebenheiten nach Ende des 2. Weltkrieges und mit Beginn des Kalten Krieges zu reagieren.
Jiménez Redondo präsentiert viele neue und interessante Details über das spannungsgeladene Verhältnis der beiden iberischen Staaten. Der Wirtschaftsteil ist der einzige Abschnitt, der nicht besonders gelungen ist. Die Tabellen mit den Im- und Exporten sind nicht in konstanten Preisen gehalten und somit nur schwer vergleichbar. Der Autor schreibt zwar wiederholt von Kurven und Linien, jedoch sind keine Grafiken zu finden.
Wer sich nicht sehr eingehend mit der iberischen Geschichte dieses Zeitraumes beschäftigt hat, dem wird die Lektüre des Buches leider unnötig schwer gemacht, da Personennamen meist ohne Erklärung verwendet werden. Ein Personenglossar am Ende wäre schön gewesen. Trotzdem eine wertvolle Studie über die besonderen Beziehungen zwischen Portugal und Spanien.
Johannes Beck
Juan Carlos Jiménez Redondo, Franco e Salazar. As relações luso-espanholas durante a
guerra fria, Übersetzung aus dem Spanischen von José Severino [Orginaltitel: Franco y Salazar: Las
relaciones hispano-portuguesas en el marco de la guerra fría (1930-1955)], Assírio&Alvim, Lisboa
1996, ISBN 972-37-0356-4, 262 Seiten, ca. 35,- DM