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-Hausarbeit-


Eine mögliche Vorgehensweise, um eine Hausarbeit zu erstellen

  1. Bibliographieren

    Hier bieten sich zwei Systeme an:

    a) Bibliographieren nach dem Schneeballsystem: D.h. man wählt einen relativ neuen Aufsatz (bzw. Monographie) zum Thema aus und sucht anhand dessen Literaturangaben weitere Werke. Von den Literaturangaben dieser Werke sucht man wieder zusätzliche Literatur, usw. Der Nachteil ist, daß man so kein Werk finden kann, welches neuer als der Grundaufsatz ist, sprich, mit fortlaufender Suchdauer wird die Literatur immer älter. Vorteil: Man konzentriert sich auf ausgewählte Literatur, die oft zitiert wird und läßt die weniger gelungenen, unzitierten Werke außer Betracht. Dies birgt aber auch die Gefahr, daß man nur einer Denkschule folgt und eventuell kritische Meinungen außer Acht läßt.

    b) Systematisches Bibliographieren: Die Suche geschieht hier mit Hilfe von Bibliographien und/oder Bibliothekskatalogen, d.h. die gesamte Literatur zu einem Thema wird erfaßt. Vorteil: Auch sehr neue, aktuelle Werke werden gefunden. Nachteil: Für kleine Arbeiten ist die Menge der gefundenen Literatur meist schlichtweg einfach viel zu groß.

    Im Regelfall wird es sich anbieten, zuerst nach dem Schneeballsystem zu suchen und dann mit systematischem Bibliographieren, die bereits gefundenen Werke mit aktuellen aufzufrischen.

  2. Lesen der wichtigsten Werke bis man in der Lage ist, eine vorläufige Gliederung zu erstellen und wichtige Fragestellungen der Hausarbeit zu formulieren

    Manchmal kann man große Teile oder gar ganze Gliederungen von Grundwerken bzw. –aufsätzen in die eigene Arbeit übernehmen.

  3. Erstellen einer ersten, vorläufigen Gliederung und des Grundlayouts der Hausarbeit

    Auch die Bibliographie kann bereits eingegeben werden und dann nach Notwendigkeit später ergänzt werden (so können die Titel zum Zitieren mittels der Zwischenablage aus der Bibliographie der Arbeit kopiert werden).

  4. Beginn des Schreibens

    Einfügen der relevanten Inhalte der gelesenen Texte in die Gliederung. Eventuell kann es sinnvoll sein, die Gliederung zu ändern.

  5. Weiteres Lesen und Schreiben bis keine neuen, wichtigen Inhalte mehr gefunden werden und das Seitenmaximum erreicht ist

    Eventuell kann es nötig sein, für bestimmte Kapitel neue Literatur zu suchen, falls die bisherige sich als zu dürftig erweist.

  6. Schreiben des Vorwortes und des Fazits

  7. Erstellen des endgültigen Layouts

  8. Korrekturlesen nach Inhalt, Grammatik und Rechtschreibung

    Das ist ein Punkt, der nicht vergessen werden sollte. Am besten, man läßt zusätzlich noch eine weitere Person korrekturlesen, um Doppeldeutigkeiten und Rechtschreibfehler möglichst weit auszuschalten. Deshalb sollte man die Arbeit auch nicht auf den letzten Drücker fertigstellen, denn nichts macht einen schlechteren Eindruck als eine Hausarbeit voller Fehler.


Zum Äußeren der Arbeit

  1. Die vom Dozenten (bzw. der Dozentin) vorgegebene Seitenzahl einhalten. Diese bezieht sich normal auf den reinen Textteil (d.h. ohne Fußnoten, Deckblatt und Bibliographie).

  2. Der Haupttext wird in der Regel mit eineinhalbzeiligem Abstand geschrieben, die Fußnoten und die Bibliographie mit einzeiligem Abstand.

  3. Für den Haupttext hat sich Schriftgröße 12 Punkt eingebürgert, für die Fußnoten Schriftgröße 10 Punkt. Die Bibliographie kann mit Schriftgröße 11 Punkt erstellt werden.

  4. Die eventuell vorgegebenen Seitenränder beachten!

  5. Eine Arbeit besteht immer aus folgenden Teilen: Deckblatt; Inhaltsverzeichnis; Einleitung; Hauptteil (wird in der Arbeit nicht so genannt, und in weitere Kapitel unterteilt); Fazit; evt. Anhang mit Karten, Tabellen und/oder Grafiken; Bibliographie.

  6. Die Bibliographie wird gewöhnlich in Quellen und Fachliteratur getrennt.

  7. Es gibt im wesentlichen zwei Numerierungssysteme für Hausarbeiten:

    a) Zuerst eine römische Ziffer, dann arabische Zahlen, also I.1.

    b) Nur arabische Zahlen, z.B. 1.2.1.

  8. Der Einleitung wird manchmal die Nummer 0 oder keine Nummer zugewiesen.

  9. Die Seitenzahlen beginnen mit 1 auf der ersten Seite der Einleitung. Das Deckblatt trägt keine Seitenzahl.


Zum Zitieren

Beim ersten Zitat eines Textes werden die bibliographischen Angaben immer vollständig in der Fußnote angegeben.

Bsp.: 1 Martí, José: El Partido Revolucionario Cubano y la Guerra, Hrsg. Álvarez Tabía, Pedro, La Habana 1978, S. 4

Zitiert man einen Text erneut direkt hinter einem weiteren Zitat aus diesem Text, dann kann man dies abkürzen durch ebenda oder (lat.) ibidem.

Bsp.: 2 ebenda, S. 3 oder 2 ibidem, p. 3

Zitiert man einen Text ein weiteres Mal, aber unterbrochen von anderen, dann kann man dies abkürzen durch einen Kurztitel und a.a.O. (am angegebenen Ort) oder (lat.) op. cit..

Bsp.: 23 Martí, José, a.a.O., S. 3 oder 23 Martí, José, op.cit., p. 3

Hat man vom gleichen Autor mehrere Werke, dann kann man zur eindeutigen Identifizierung entweder einen Kurztitel oder eine Jahresangabe verwenden (die Arbeiten müssen dann in der Bibliographie jeweils mit Kurztitel oder Jahreszahl angegeben werden). Dieses System kann auch nicht nur dann angewandt werden, wenn es sich um mehrfaches Zitieren handelt.

Bsp.: 23 Martí, José (1978), S. 3 oder 23 Martí, José, El Partido, S. 3

Wörtliche Zitate sinnvoll einsetzen. Nicht permanent wörtlich zitieren, außer wenn ein Zitat als Beweisstück sinnvoll ist oder man es selbst nicht besser kann.

Wenn zitiert wird möglichst aus erster Hand und nicht indirekt. Wenn ein indirektes Zitieren nötig ist, dann muß es angeben werden. Bsp.: Martí in Thomas (1971), S. 15.

Längere Zitate bekommen einen eigenen Absatz, eine etwas kleinere Schriftgröße (z.B. 11 statt 12) und werden eingerückt. Bsp.:

¿No espantará a la República española saber que los españoles mueren por combatir a otros republicanos?... La República niega el derecho de conquista. - Derecho de conquista hizo a Cuba por España. La República condena a los que oprimen. Derecho de opresión y de explotación vergonzosa y de persecución encarnizada ha usado España perpetuamente sobre Cuba.

Für fremdsprachige Zitate gibt es mehrere Möglichkeiten:

a) Übersetzen ohne die Originalversion anzugeben. Nachteil: Das Überprüfen einer eventuell schlechten Übersetzung ist unmöglich. Beim Übersetzen geht immer Inhalt verloren!

b) Deutsche Übersetzung im Text, Original in der Fußnote. Vorteil: Einheitlich deutscher Haupttext, aber Überprüfung möglich.

c) Original im Text, deutsche Übersetzung in der Fußnote. Vorteil: Original direkt im Haupttext, für diejenigen, welche die Sprache nicht beherrschen, kann die Übersetzung in den Fußnoten helfen. Nachteil: Werden viele Texte in verschiedenen Sprachen zitiert, sieht der Text ziemlich uneinheitlich aus.

Auslassungen sind in Texten zu kennzeichnen. Einzelne Worte durch Ganze Sätze durch (…)
Eigene Hinzufügungen – diese können zum Kommentar oder zum besseren Verständnis dienen – sind in eckige Klammern zu setzen.

Bsp: Sie [die Revolution] mußte niedergeschlagen werden.


Einige Tips für den Stil der Arbeit

  1. In historischen Arbeiten sollte das Präsens vermieden werden. Diese hört sich eher nach Abenteuerroman als nach kritisch-refektierter Betrachtung an. Also nicht:

    Sie reisen weiter westwärts und am 19. Mai 1895 lauert Máximo Gómez einem Trupp spanischer Soldaten in der Ebene von Dos Ríos auf. Er hat Martí ausdrücklichen Befehl gegeben, das Camp nicht zu verlassen. Zuerst sieht es so aus, als würden die Kubaner das Gefecht gewinnen, doch die Feinde leisten harten Widerstand. Als Martí nur mit einem Begleiter zu Pferde hinzueilt, wird er von einem spanischen Soldaten erschossen.

    Sondern:

    Sie reisten weiter westwärts und am 19. Mai 1895 lauerte Máximo Gómez einem Trupp spanischer Soldaten in der Ebene von Dos Ríos auf. Er hatte Martí ausdrücklichen Befehl gegeben, das Camp nicht zu verlassen. Zuerst sah es so aus, als würden die Kubaner das Gefecht gewinnen, doch die Feinde leisteten harten Widerstand. Als Martí nur mit einem Begleiter zu Pferde hinzueilte, wurde er von einem spanischen Soldaten erschossen.

  2. Saloppe Bemerkungen wie Klar, daß…; natürlich und schon wieder vermeiden!

    Nicht: Obwohl er keinerlei militärische Erfahrungen vorzuweisen hatte, wollte Martí natürlich trotzdem unbedingt kämpfen.

    Sondern: Obwohl er keinerlei militärische Erfahrungen vorzuweisen hatte, wollte Martí unbedingt kämpfen.

  3. Nominalstil, übermäßig häufig verwendetes Passiv und man vermeiden.

    Nicht: Die Wendungen in den Betonungen der politischen Herausforderungen des 20. Jhs. sind augenscheinlich.

  4. Mut zum Streichen! Unnötiges wegstreichen und nicht in die Fußnoten packen, um Platz zu sparen. Fußnoten dienen in erster Linie zur Literaturangabe und nicht dazu, den Lesefluß zu töten.

  5. Überall Absätze machen, wo es sinnvoll erscheint. Dies fördert die Übersichtlichkeit.

  6. Nicht zu viele Fremdwörter verwenden, die Arbeit soll vom Leser verstanden werden!


Beispiel für eine Bibliographie:

Bibliographie

Quellen

  • Martí, José: El Partido Revolucionario Cubano y la Guerra, Hrsg. Álvarez Tabía, Pedro, La Habana 1978

  • Martí, José: Nuestra América, Hrsg. Marinello, Juan/Achugas, Hugo/Vitier, Cintio, Venezuela 1977

  • Martí, José: Obras Completas, 27 Bände, La Habana 1963

Fachliteratur

  • Abel, Christopher: Concluding perspectives, in: Abel, Christopher/Torrents, Nissa: José Martí. Revolutionary democrat, Durham 1986, S. 192-200

  • Abel, Christopher: Martí, Latin America and Spain, in: Abel, Christopher/Torrents, Nissa: José Martí. Revolutionary democrat, Durham 1986, S. 124-152

  • Baeza Flores, Alberto: Vida de José Martí, 2. Auflage, Santo Domingo 1986 (1. Auflage La Habana 1954)

  • Bernecker, Walther/Pietschmann, Horst: Geschichte Spaniens, Stuttgart 1993

  • Cambridge History of Latin America, Volume V, Cambridge 1986

  • Estrade, Paul: José Martí, militante y estratega, La Habana 1983

  • Estrade, Paul: José Martí. ¿Una biografía imposible?, in: Revista de Indias, Vol. LV, Nr. 205, S. 573-595

  • Ferreira/Peixoto/Carvalho/Raposo/Graça/Marques, Sociologia, Alfragide 1995

  • Gómez de la Serra, Gaspar: República de 1873, in: Bleiberg, Germán: Diccionario de Historia de España, Band 3, Madrid 1969, S. 456-460

  • González, Manuel Pedro: José Martí. Epic chronicler of the United Staes in the eighties, New York 1953

  • Gray, Richard Butler: José Martí. Cuban Patriot, Gainesville 1962

  • Ibarra, Jorge: Martí and socialism, in: Abel, Christopher/Torrents, Nissa: José Martí. Revolutionary democrat, Durham 1986, S. 83-107

  • Kirk, John M.: José Martí, mentor of the Cuban nation, Tampa 1984

  • Martínez Diaz, Nelson: José Martí, Madrid 1987

  • Melis, Antonio: José Martí y el indio americano, in: Ette, Othmar/Heydenreich, Titus: José Martí 1895/1995: literatura - política - filosofia - estética, Frankfurt 1994, S. 93-102

  • Opatrný, Josef: El problema de la nación americana en José Martí, in: Ette, Othmar/Heydenreich, Titus: José Martí 1895/1995: literatura - política - filosofia - estética, Frankfurt 1994, S. 57-66

  • Poyo, Gerald E., José Martí: Architect of social unity in the émigré communities of the United States, in: Abel, Christopher/Torrents, Nissa: José Martí. Revolutionary democrat, Durham 1986, S. 16-31

  • Rodríguez, Pedro Pablo: El projecto de José Martí: una opción ante la modernidad, in: Ette, Othmar/Heydenreich, Titus: José Martí 1895/1995: literatura - política - filosofia - estética, Frankfurt 1994, S. 103-116

  • Roig de Leuchsenring, Emilio: La Guerra Libertadora Cubana de los treinta años. 1868-1898. Razón de su victoria, La Habana 1952

  • Rubens, Horatio S.: Liberty. The Story of Cuba, 2. Auflage, New York 1970 (1. Auflage, New York 1932)

  • Thomas, Hugh: Cuba. The Pursuit of Freedom, New York 1971


Diese Seite wurde erstellt von Johannes Beck am 01.03.1998 und aktulisiert am 10.06.98