(Uni-Wiesen) Zufriedene Gesichter allerorten: Begleitet von strahlendem Sonnenschein mischte das Fachschaftsteam das Teilnehmerfeld der diesjährigen Copa Libertadores gehörig auf. Zum Titelgewinn fehlten nur Zentimeter respektive ein Elfmeter: Nachdem es in einem hochklassigen Spiel gegen Los Lectores im Halbfinale nach Ende der Verlängerung weiterhin 0:0 stand, zog der FidS FC im Elfmeterschießen denkbar knapp den Kürzeren. Zuvor ließ man beste Chancen ungenutzt und konnte sich nicht entscheidend durchsetzen. „Das Aus ist natürlich bitter. Doch wir haben hier Großes geleistet, das kann uns niemand mehr nehmen,“ wies Charlotte Haberstroh auf die Verdienste des Teams hin. In der Tat startete man mit einem Paukenschlag in das Turnier. Nach einem tiefen Griff in die taktische Trickkiste wechselte der noch im Vorbericht als „Knipser“ gepriesene Nikolai Matschinsky zwischen die eigenen zwei Pfosten, der als „Regisseur“ vorgestellte Nils Witt nahm zunächst auf der Bank Platz. Dynamo Drahtesel_innen fand auf diese Rochade keine Antwort, so dass letztendlich ein nie gefährdeter 2:0-Erfolg herausgespielt werden konnte. Beim 0:0 gegen Die Freds fand das Team nicht richtig ins Spiel, bei der 0:1-Niederlage gegen den späteren Sieger Rarara wurde die einzige kleine Unaufmerksamkeit knallhart bestraft. „Das ist ein ganz anderes Niveau, wir sind hier eben nicht mehr in der Bundesliga. Bei der Copa wird jeder Fehler sofort eiskalt bestraft,“ fasste Julian Herbig das Geschehen auf dem Rasen treffend zusammen. Danach bewies die Mannschaft Nerven wie Drahtseile. Für den Halbfinaleinzug war im letzten Gruppenspiel ein Sieg gegen die RWL-Seniors nötig, doch ein Treffer gegen die dicht gestaffelte Abwehrreihe wollte partout nicht gelingen. Erst in allerletzter Spielsekunde – der Fernsehreporter verlas bereits den Nachruf auf den FidS FC – wurde der Ball nach einem wunderbaren Spielzug in bisher nicht gekannter Synchronität mit dem Schlusspfiff über die Linie befördert – laut Regenbogenpresse „der dramatischste Halbfinal-Einzug der Copa-Geschichte.“ Dass es anschließend zum ganz großen Wurf nicht reichte und man sich auch im freundschaftlich ausgetragenen Spiel um Platz 3 Colo Colonia geschlagen geben musste, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. „Es ist immer etwas ganz Besonderes, bei der Copa anzutreten. Die Atmosphäre, die Fans, das Wetter – heute hat alles gestimmt,“ zog Lisa Conrad ein durchweg positives Fazit. Franka Pieplow richtete den Blick bereits nach vorne: „Wir haben uns hier in einer ordentlichen Verfassung präsentiert. Darauf können und werden wir aufbauen.“ Ganz besonders angriffslustig präsentierte sich Tim Schauenberg: „Wir haben uns mit dem Halbfinal-Einzug in der internationalen Spitzengruppe zurückgemeldet. Nächstes Jahr geben wir wieder Vollgas und greifen an!“ (ds)